Original paper

Ueber fossile Frösche aus dem altpleistocänen Kalktuff von Weimar und Taubach.

Wolterstorff, Willi

Kurzfassung

Durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Dr. Arthur Weiss in Weimar hatte ich Gelegenheit, die von demselben mit grossem Fleiss gesammelten, recht zahlreichen Froschknochen aus dem berühmten Diluvialkalk von Taubach und Weimar untersuchen zu können. Der grösste Theil derselben, etwa 150 Stück, rührt von Weimar her, von Taubach kaum ein Dutzend bestimmbarer Knochen. Die sämmtlichen Skelettheile gehörten den Gattungen Rana und Bufo an, und zwar, wo die Artmerkmale nach dem jetzigen Stande unserer Kenntniss und meinem freilich unvollständigen Vergleichsmaterial festzustellen waren, zu Rana temporaria aut. und Bufo vulgaris Laur. Von Weimar liegt mir ein Ilium vor, welches unzweifelhaft zu Rana temporaria (nicht zu R. esculenta, nicht zu R. arvalis) gehört, ausserdem ein Humerns und ein Antibrachium, die gewiss auch hierher zu stellen sind. Auf Rana lassen sich von Tanbach ein Humerus und drei Unterschenkel beziehen; wenn auch die Art in Folge schlechter Erhaltung nicht sicher bestimmbar ist, so lässt sich doch nach Vergleich mit den Weimarer Knochen auf Rana temporaria schliessen. Alle Rana-Knochen gehörten Individuen von gleicher Durchschnittsgrösse wie die recente R. temporaria an. Die fossilen sind eher noch etwas kleiner. Weit zahlreicher sind zu Weimar und Taubach die Reste von Bufo vertreten. Nicht jeder der einzelnen, oft beschädigten Knochen lässt sich mit absoluter Sicherheit auf Bufo vulgaris zurückführen, aber die Zahl der zuverlässig bestimmbaren und gut erhaltenen Knochen dieser Art ist so gross, dass wir unbedenklich sämmtliche Bufo-Reste mit wenig Ausnahme dieser Kröte zurechnen können.