Original paper

Ueber unterdevonische Korallen aus den Karnischen Alpen.

Frech, Fritz

Kurzfassung

Dem Obersilur der Karnischen Alpen habe ich in meinem gleichnamigen Werke (p. 233) eine kleine Korallenfauna zugeschrieben, die am Südabhang des Findenigkofels in der Gegend von Paularo gefunden ist. Vor einiger Zeit erhielt ich durch Vermittelung des Herrn Dr. Gioacchino De Angelis in Rom eine kleine ebenfalls aus der Gegend von Paularo stammende, in dem gleichen Kieselkalk erhaltene Korallensuite, mit der Bitte, dieselbe zu bestimmen. Der genannte Herr vermuthete ihre Zugehörigkeit zum Mitteldevon, und da angesichts der Identität von 2 Cyathophyllen an der Uebereinstimmung mit den von mir gesammelten, als Obersilur bestimmten Stücken nicht zu zweifeln war, ergab sich die Notwendigkeit einer Revision. Zwei Arten der von Herrn Dr. De Angelis übersandten Korallen, ein Cystiphyllum (aff. cristato Frech) und ein Alveolites (aff. Battersbyi M. Edw. et H.) besitzen entschiedene Aehnlichkeit mit anderweitigen Mitteldevon-Korallen. Trotzdem ist eine Zurechnung der Findenig-Korallen zu der genannten Abtheilung nicht wahrscheinlich, da die in geringer Entfernung in demselben Gebirgszug gefundenen Mitteldevon-Formen durchaus verschieden sind. Auf eine Vergleichung mit dem Unterdevon weist hingegen schon das Gestein hin: einige Kilometer weiter westlich findet sich am Nordabhang des Cellonkofels ein Kalk, in dem ebenfalls die Korallenskelette fast vollkommen in Kieselsäure umgewandelt sind. Auch das Vorkommen des Kalkes am Findenigkofel weist auf diese Deutung hin, da derselbe rings von silurischen Gesteinen umgeben ist.