Original paper

über wissenschaftliche Ergebnisse seiner Aufnabmsarbeiten im Sommer 1895.

Denckmann, August

Kurzfassung

Der Vortragende beobachtete in unterdevonischer Umgebung im südlichen Kellerwalde nachstehende Schichtenfolge, von oben nach unten gerechnet: 1. Goniatiten-Kalk, dicht, flaserig, kramenzelartig. 2. Körniger Kalk und unreiner Knollenkalk. 3. Rauhe, glimmerreiche Thonschiefer. Die beiden unteren Abtheilungen enthalten eine Fauna, die mit bestimmten Faunen des Harzes (im Klosterholze bei Ilsenburg und am Schneckenberge bei Harzgerode) übereinstimmt. Besonders zu erwähnen ist das keineswegs seltene Auftreten der Trilobiten-Gattung Dalmania. Die in dem Goniatiten-Kalke enthaltene Fauna ist für Deutschland neu. Charakteristisch für sie ist eine Gruppe von Formen der Gattung Agoniatites, welche zum Theil mit den Formen übereinstimmen, welche Barrande als Goniatites fecundus beschrieben hat. Die erwähnten Schichten wurden am Steinhorn bei Schönau, im Bernbache und am alten Silberstollen bei Densberg beobachtet. Die Aufschlüsse im Kellerwalde sind nicht so geartet, dass sich aus ihnen sichere Schlüsse über das Alter der fraglichen Schichten ziehen liessen. Der Vortragende fasst sie als Unterdevon (siehe untenstehendes Profil) auf und stützt sich dabei auf Beobachtungen des Herrn Dr. M. Koch, der die Ueberlagerung der älteren Kalkfauna im Klosterholze bei Ilsenburg durch Hauptquarzit (= Michelbacher Schichten des Kellerwaldes) nachgewiesen hat. Der Vortragende hat weiterhin die Goniatiten - Fauna des Schönauer Kalkes am Schneckenberge bei Harzgerode im Unterharze aufgefunden, von wo schon der verstorbene K. A. Lossen eines Goniatiten Erwähnung gethan hat. Den durch seine Fauna sowie durch seine stratigraphische Stellung von den Goniatiten-Kalken des Mitteldevon zu sondernden Goniatiten-Kalk von Schönau bezeichnet der Vortragende mit dem Localnamen Schönauer Kalk.