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Erdölbindung.

Ochsenius, Carl

Kurzfassung

Im Bericht unserer Gesellschaft über meinen bei der 29. Versammlung in Saarbrücken am 8. August 1881 gehaltenen Vertrag steht auf p. 510 des XXIII. Bandes der Zeitschrift: "Ochsenius deutete dann weiter an, dass das Vorkommen von Petroleum auf ein Gebundensein an Salzgebiete schliessen lasse, und dass wohl Einströmungen von Mutterlaugen die plötzliche Vernichtung des Lebens von den enormen Massen der Seeorganismen, die das Material für die Bildung von Petroleum lieferten, verursacht haben könnten." Selbstverständlich wurde neben vielen anderen auch diese geologische Frage von mir stetig weiter verfolgt durch Sammeln von Beweismaterial zu meinen eigenen Beobachtungen in Europa und Amerika. Abgesehen von einem allgemein gehaltenen Aufsatze über diesen Gegenstand in No. 29, 1882 der "Natur" erschienen Abhandlungen darüber von mir in No. 53 und 95, 1891 und in No. 65, 1892 der Chemiker-Zeitung, weil die chemische Seite, der Sache mir vorerst wichtiger als die geologische erschien. Ich musste dabei den von mir aufgestellten Satz: "Unser Petroleum bildete sich aus Leichen von vornehmlich marinen Organismen, die von Mutterlaugen erst massig getödtet und dann unter luftdichter Decke behandelt wurden" in verschiedenen Zeitschriften vertheidigen. Die Thatsache, dass alle unsere natürlichen Solen, die doch von Mutterlaugen abstammen, bituminös sind, stand ja fest, auch die andere, dass alle unsere grossen Petroleumvorkommen an Salzgebiete gebunden und die Begleitwässer des Petroleums salinisch sind, war zwar nicht zu leugnen, wurde aber mehr als eine zufällige, denn nothwendige angesehen. Das geschah mit noch grösserem Nachdruck, als Engler aus Seethieren (bezw. Thran) ein erdölartiges Druckdestillat hergestellt hatte, und zwar ohne Salzzusatz.