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Untersuchungen über fossile Hölzer.

Felix, Johann

Kurzfassung

V. Stück. I. Hölzer aus dem Yellowstone Nationalpark. Wohl die schönsten fossilen Wälder, welche man auf der Erde kennt, sind diejenigen im nordöstlichen Theil des berühmten Nationalparkes am Yellowstone River. Ich besuchte dieselben im Jahre 1888 zusammen mit Herrn Professor Lenk und sammelte dabei eine Anzahl kleiner Holzfragmente, welche das Material für die folgenden Untersuchungen bildeten. Sie stammen z. Th. von dem Höhenzug unmittelbar östlich von dem kleinen, Yancey's Camp genannten Hotel, z. Th. von dem Nordabhang des Amethyst Monntain. Betreffs des geologischen Vorkommens dieser Stämme verweise ich auf die Arbeit von W. H. Holmes. Was nun die Znsammensetzung dieser Wälder anlangt, so war dieselbe eine sehr mannigfaltige; sowohl Coniferen als Laubhölzer betheiligten sich an der Bildung derselben. In meinem verhältnissmässig kleinen Material konnte ich bereits 6 Arten nachweisen, welche sich auf ebenso viele Gattungen vertheilen. Von diesen gehörten 4 Laubhölzern, 2 Coniferen an. Es ist mir durchaus nicht zweifelhaft, dass weitere und umfassendere Aufsammlungen seitens amerikanischer Geologen eine weit grössere Mannigfaltigkeit in der Zusammensetzung jener Wälder ergeben werden. Die Mehrzahl der grossen Stämme auf den Nordabhängen des Amethyst Mountain, deren Wurzeln man oft noch viele Meter weit in dem ans vulcanischen Tuffen und Breccien bestehenden Boden verfolgen kann, rühren von einer tannen- oder fichtenähnlichen Conifere her, deren Holz zu der Gattung Pityoxylon gerechnet werden muss. Unmittelbar östlich von Yancey's Camp fand ich dagegen besonders häufig eine Conifere, die den Holzbau von Sequoia zeigt, und deren Holz daher als Cupressinoxylon zu bezeichnen ist.