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Die Lagerungsverhältnisse im Grundgebirge des Spessarts.

Bücking, Hugo

Kurzfassung

Im dritten Hefte des letzten Bandes dieser Zeitschrift (XLVII, p. 581-594) und in den Abhandlungen der Grossherzoglich Hessischen geologischen Landesanstalt (Bd. II, Heft 4. Darmstadt 1895) hat Herr G. Klemm seine Ansichten über die Entstehung des krystallinischen Grundgebirges des Spessarts dargelegt. Dieselben stimmen im Allgemeinen mit dem überein, was Chelius in der neuesten Zeit über das krystallinische Grundgebirge des Odenwaldes veröffentlicht hat. Da es sich hierbei wesentlich um subjective Anschauungen und Deutungen handelt, über deren Werth und Berechtigung die Meinungen der Petrographen sehr getheilt sind, glaubte ich zunächst von einer Erwiderung ganz absehen zu sollen, umsomehr als ich erwarten durfte, dass vielen Fachgenossen meine Stellung zu der von Cheltus, Lepsius und Klemm neuerdings stärker ventilirten Frage über die Natur der Gneisse aus meinen Arbeiten über Thüringen und den Spessart, sowie aus mehreren Referaten im Neuen Jahrbuch für Mineralogie (z.B. 1895, I, p. 72 ff.) genügend bekannt ist. Indessen ist Klemm auch auf die Lagerungsverhältnisse im Spessart näher eingegangen und hierbei zu Ansichten gelangt, welche, wie er nicht weiter beachtet hat, bereits früher einmal eine Zeit lang die meinigen waren, dann aber aus guten Gründen von mir wieder aufgegeben wurden. Hierauf möchte ich hier mit wenigen Worten hinweisen. Die Untersuchung des krystallinischen Grundgebirges im Spessart habe ich im Jahre 1873 begonnen, also etwa 20 Jahre früher, als Klemm die Gegend von Aschaffenburg kennen lernte, und schon im Jahre 1876 lagen die 25000 theiligen Messtischblätter Lohrhaupten, Bieber und Langenselbold, die ersten beiden vollständig, einschliesslich des von mir gezeichneten bayerischen Antheils, das letztere nur im preussischen Antheil, geologisch aufgenommen vor.