Original paper

Über Torf und Mineralkohlen.

[On peat and coal]

Ramann, Emil

Kurzfassung

In einer Abhandlung über festländische organogene Bildungen der Jetztzeit hat Redner die Bedingungen der Moorbildung darzulegen gesucht. Organische Reste können sich nur unter Verhältnissen anhäufen, welche der Verwesung ungünstig sind. Die recenten, unter dem Gesammtnamen der "Moore" zusammengefassten Ablagerungen sind in locale und regionale Bildungen einzuteilen. Die Entstehung localer Moore ist an Süsswasser, vielleicht noch an Brackwasser gebunden, sie fehlt dem Salzwasser wie es scheint gänzlich. Die Voraussetzung ihrer Entstehung sind Süsswasseransammlungen, hierdurch charakterisiren sich diese Moore, obgleich die von ihnen bedeckte Fläche eine recht ausgedehnte sein kann, als locale Bildungen. Die regionale Moorbildung kann auf den verschiedensten Bodenschichten erfolgen, ist aber, an bestimmte klimatische Bedingungen geknüpft; sie erlangt ihre allgemeinste Verbreitung im Polargebiet, wo sie sogar auf vom Eise glatt polirten, stark geneigten Berghängen auftritt und als "Tundra" weite Gebiete überdeckt. In den gemässigten Zonen findet sich regionale Moorbildung in Gegenden höherer Luftfeuchtigkeit (Irland, Skandinavien, die Küsten der Nord- und Ostsee, Hochgebirge) und erstreckt sich nur unter besonders günstigen Umständen in die subtropische Zone, fehlt aber den Tropen, mit Ausnahme der Hochgebirge mit ihrem gemässigten Klima, vollständig. In der heissen Zone finden sich als seltene Ausnahmen locale, moorähnliche Bildungen; es sind nach den Beschreibungen schlammige, humusreiche Ablagerungen, die kaum mehr als "Moore" im engeren Sinne bezeichnet werden können. Die einzige mir bekannt gewordene Schilderung eines vielleicht echten tropischen Moores bezieht sich auf die Galewo-str. in New-Guinea, aber auch hier fehlt eine Untersuchung der abgelagerten organischen Masse.

Keywords

peatcoal