Original paper

Der Toba-See.

Easton, N. Wing

Kurzfassung

Ein Beitrag zur Geologie von Nord-Sumatra. Nachdem die indische Bergbehörde 1891 von der Halbinsel Samosir im Toba-See Proben gediegenen Wismuths zugeschickt bekommen hatte, erhielt ich im Anfang des folgenden Jahres den Auftrag, das Vorkommen und event. die weitere Verbreitung dieses Minerals an Ort und Stelle zu untersuchen. Die Reise wurde indessen nebenbei so viel wie möglich topographischen und geologischen Zwecken gewidmet, später in letzterer Beziehung auch auf die südlich sich anschliessenden Regierungsbezirke Toba und Silindung ausgedehnt. Die Ergebnisse sind bereits in unserem Jahrbuche in niederländischer Sprache veröffentlicht; eine freie Bearbeitung des Stoffes möge mittels dieser Zeitschrift einem weiteren Leserkreise bekannt gemacht werden. Abschnitt I. Topographie. Der Toba-See befindet sich auf der nördlichen Hälfte der Insel Sumatra; die Haupterstreckung der fast 1300 Quadratkilometer grossen Wasserfläche fällt ziemlich genau mit der Läugsaxe der genannten Insel zusammen, streicht daher gegen Nordwest. Die Tiefe des Sees ist, soweit mir bekannt, nur von dem italienischen Naturforscher Modigliani an wenigen Stellen im südlichen Theile gemessen worden und soll dort 500 Meter übersteigen. Beinahe rings um den See her ragen oft sehr steile Wände unvermittelt aus dem Wasser empor; besonders beim ersten Anblick scheinen sich dieselben auch ununterbrochen fortzusetzen. Dem ist aber nicht so; gar manchmal sieht man die battakschen Dörfer in sanft ansteigendem Terrain zwischen den Hügeln, und die Thäler sind mitunter ordentlich breit. Im Südosten, östlich vom Cap Tarabunga, erstreckt sich ein langer Streifen niedrigen Landes zwischen dem See und dem Gebirge.