Original paper

Ueber das Alter einiger Theile der Anden.

Ochsenius, Carl

Kurzfassung

In No. 1 der Zeitschrift für Erdkunde, 1896, p. 50-63 wurde eine Abhandlung veröffentlicht unter dem Titel: "Bemerkungen über die orographische und geologische Verschiedenheit zwischen Patagonien und Chile." Der Inhalt veranlasst mich, auf einzelne Stellen etwas näher einzugehen, weil ich mich mit dem zwischen beiden Ländern liegenden Gebirgszuge, den Anden, auch beschäftigt habe. Gleich Eingangs (p. 50) sagt der chilenische Verfasser: "In unseren Universitäts-Annalen habe ich die Flora und Fauna von Chile und Argentinien gegenübergestellt und aus deren grosser Verschiedenheit gefolgert, dass schon beim Entstehen derselben die trennende Scheidewand der Anden existirt haben müsse. Ich habe nun den Versuch gemacht, auch die orographische und geologische Beschaffenheit beider Länder zu vergleichen, was mich zu derselben Ansicht geführt hat." Den Argumenten, die aus dem Bereich lebender Organismen zur Stütze seiner geologischen Ansicht angezogen wurden, muss ich einige Bemerkungen aus gleichem Bereich gegenüber stellen. In dem neueren Atlas von Berghaus finden sich 39 Karten in der Abtheilung für Thierverbreitung auf 8 Blättern (das neunte betrifft Hausthiere, Parasiten und senkrechte Verbreitung wichtiger Thiere). Auf diesen sind für die hier in Betracht kommende Region 123 Grenzlinien der Familien, Gattungen etc. angegeben. Von diesen stimmen jedoch nur 6 (für Gürtelthiere, Strausse, Laufkäfer, Todtenkäfer (Asida) und Schattenkäfer (Opatrum) mit der Andenlinie überein, alle anderen schneiden diese. Dementsprechend sagt auch W. Marshall in dem Schlusssatze der Erläuterungen zu den Blättern: "Interessant ist ein Vergleich der Verhältnisse der Thierverbreitung am Himalaya mit denen in den americanischen Gebirgen. [...]")