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Zur Kenntniss der Schichtenfolge im Engadin.

Böse, Emil

Kurzfassung

Einleitung. Im Sommer 1893 untersuchte ich eine Anzahl von Profilen im Unter- und Ober-Engadin. Um den Zusammenhang mit dem Algäu und Vorarlberg zu erkennen, beging ich zusammen mit meinem Freunde Herrn Dr. J. Böhm mehrere Theile dieser Gegenden Hier wurde uns die Untersuchung durch die grösseren Arbeiten von v. Richthofen, v. Mojsisovics und Escher, sowie durch die neuerdings von Skuphos veröffentlichte Abhandlung wesentlich erleichtert. Schwieriger lagen die Dinge in der Arosagruppe (zwischen Chur-Davos-Alvenëu-Tiefencastel), wo wir als Vorgänger eigentlich nur Theobald hatten. Ich selbst beging dort nur ein Profil am Parpaner Weisshorn, während Herr Dr. Böhm auch in dem übrigen Theile der Gebirgsgruppe Untersuchungen anstellte. Ich begann meine Hauptuntersuchungen im Gebiete der Albulagruppe und beging dann verschiedene Profile in dem südlich und nördlich vom Innthal gelegenen Kalkgebirge. Alle diese Profile liegen innerhalb der Linien Val d'Uina-Cierfs (Westen), Val Saluver-Bernina (Osten). Leider gestattete mir die vorgerückte Jahreszeit nicht, auch den Oberhalbstein in den Bereich meiner Studien zu beziehen; immerhin hoffe ich, auf den nachstehenden Seiten manches Neue und nicht Uninteressante zur Geologie des südlichen Graubündens beizutragen. Durch den Umstand, dass ich ein sehr ausgedehntes Gebiet zu bereisen hatte, wurde es bedingt, dass manche meiner Untersuchungen den Charakter des Kritischen tragen mussten, insofern als ich genöthigt war, die in neuerer Zeit von Gümbel und Diener publicirten Profile zu untersuchen, doch glaube ich, auch in diesen Fällen mancherlei Positives zu bringen. Meine Untersuchungen sind natürlich keine abschliessenden; nur eine genaue kartographische Aufnahme etwa im Maassstab 1 : 50000 - 1 : 25000 würde alle. Fragen beantworten, alle Räthsel lösen können.