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Die Bildung der Felsenmeere im Odenwald.

Chelius, Carl

Kurzfassung

Im krystallinen, westlichen Odenwald sind grössere Anhäufangen von Gesteinsblöcken an Bergabhängen, sogenannte "Felsenmeere", sehr häufig. Die bekanntesten sind die am Felsberg bei Reichenbach oberhalb Bensheim, wo man ausser dem vielbesuchten, leicht zugänglichen Felsenmeer, dessen Blöcke römische Bearbeitung manchmal zeigen (Riesensäule. Altarstein), an achtzen Felsenmeere zählt. Die grösseren dieser Felsenmeere bedecken auf die Länge von einem Kilometer bei 100-200 m Breite die nach SO gerichtete Seite des Berges, der, 515 m über NN, ungefähr 270 m das Thal bei Reichenbach steil überragt. Die einzelnen Felsblöcke haben selten weniger als 0,5 Kubikmeter Inhalt, erreichen aber 3, 4 und 5 Kubikmeter. Ueber die Bildung der Felsenmeere im Odenwald herrschen vielfach falsche Vorstellungen, wesshalb ich dieselben kurz behandeln möchte. Das Volk meint, die Blöcke der Felsenmeere seien durch eruptive Thätigkeit aufeinandergetürmt. Die bis jetzt bekannten Felsenmeere sind auf verschiedene Art entstanden; ihrer Bildung liegen verschiedene Ursachen zu Grunde. Die Felsenmeere am Felsberg (Fig. 1) entstanden durch Verwitterung des dort anstehenden Hornblendegranits, Fortspülung des Verwitterungsgruses und Bloslegung der festeren Kernstücke Die Blöcke sind dort nicht transportirt worden; sie haben sich nur dicht aufeinandergesetzt, nachdem die Verwitterungsprodukte zwischen ihnen fortgeführt waren. So kommt es, dass die Struktur der meisten Blöcke noch dieselbe Richtung und Lage besitzt, wie die der anstehenden Gesteinsmassen neben dem Felsenmeer.