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Einige Bemerkungen zu Faye's Hypothese über die Entstehung des Sonnensystems.

Semper, Max

Kurzfassung

H. Faye hat eine fundamentale Umgestaltung der Hypothese von Kant und Laplace über die Entstehung des Sonnensystems vorgenommen, deren astronomische und physikalische Prüfung hier nicht beabsichtigt ist. Er hat aber gemeint, auf geologische Fragen Rücksicht nehmen zu müssen und besonders das paläothermale Problem in Betracht gezogen. Folgende Darlegungen über Wesen und Ursachen des Klimas im Paläozoicum geben mir Anlass zu einigen Bemerkungen: "Die einzige Quelle der Wärme auf der Erdoberfläche bezw. in der Luft war die Wärme des Erdinnern. "Die Temperatur war die gleiche an den Polen wie am Aequator. Es gab weder klimatische noch jahreszeitliche Verschiedenheiten. Das Wasser der Meerestiefen war warm, nicht kalt. "Die erst entstehende, noch formlose Sonne strahlte nur ein schwaches, dämmerndes Licht aus. Gegen diese Darstellung lässt sich vielleicht Folgendes einwenden: Es ist unwahrscheinlich, dass bei einer gleichmässigen Temperatur von 20-25°, wie nach Faye im Paläozoicum und im Anfang des Mesozoicum geherrscht haben soll, umfangreiche Kohlenbildungen entstehen konnten. Vielmehr ist es wahrscheinlicher, dass sie sich unter gemässigtem Klima bildeten. Auch die Existenz von Vergletscherungen im Carbon und Perm bedingt einen wesentlichen Einwurf gegen Faye's Hypothese. Klimatische Verschiedenheiten im Carbon sind, wenn auch nicht nachgewiesen, so doch sehr wahrscheinlich gemacht worden.