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Erdölbildung.

Ochsenius, Carl

Kurzfassung

Ueber den Zusammenhang der romanischen Steinsalzflötze und Petroleumlagerstätten bemerkt man mir: "Die Steinsalzwerke im miocänen Hügelland Rumäniens (ich zähle der Reihe nach von W nach O und dann in der Moldau nach N), nämlich Ocnele Mari (Ocna), Doftana, Slanicu (Targu) und Ocna (westlich vom Sereth) liegen alle in ungefähr gleichem Abstand vom Kamm der Karpathen Siebenbürgens. Die Petroleumgebiete nämlich: Targovist, Plojesti, Buzau (Buzeu), Bakau (an der Bistritza) finden sich in geringer Distanz und ziemlich gleichweit von den Steinsalzflötzen in einem äusseren tiefer gelegenen Niveau." Die Situation ist ebenso charakteristisch wie begreiflich. Die Steinsalzlagerreihe stellt die erste Strandlinie vor, an der Buchten lagen, die entweder von vornherein mit wirksamen Barren versehen waren oder solche bei der Hebung des Geländes erhielten und damit, zu Salzpfannen wurden. Bei der Fortsetzung des Aufsteigens trat eine Isolirung der früheren Becken mit ihren Salzflötzen ein, und in 30-40 km Entfernung von der ersten Strandlinie, bildete sich eine zweite, an der eine reiche Entwicklung von mariner Fauna und Flora in's Leben trat. Bei weiterer Aufwärtsbewegung der ersten Strandlinie wurden die über den Decken der Steinsalzflötze stehengebliebenen Mutterlaugenreste in Freiheit gesetzt, strömten nach der tiefer liegenden Küstenregion hin, tödteten die da angetroffenen Organismen, begruben sie unter mitgebrachtem Schlamm luftdicht und liessen Petroleum aus ihnen hervorgehen, (cfr. diese Zeitschrift, p. 239-244).