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über die Abstammung der Blastoideen.

Jaekel, Otto

Kurzfassung

Thomas Say. der erste, welcher Blastoideen genauer untersuchte, hielt sie für Zwischenformen zwischen den Crinoiden und Echiniden. Da die Arme der Blastoideen damals noch unbekannt waren diese Ansicht für die damalige Zeit verständlich, insofern die Ambulacralfelder der Blastoideen allerdings eine gewisse äussere Aehnlichkeit mit denen der Echiniden anfweisen. Wenig verständlich ist es, dass diese Ansicht auch in Etheridge U. Carpentner noch Vertreter gefunden hat. Es konnte, seitdem F. Römer die Arme (sog. Pinnulae) der Blastoideen kennen gelehrt, keinem ernsten Zweifel mehr unterliegen, dass dieselben mit den Cystoideen und Crinoideen eine pbyletische Einheit bildeten, und innerhalb dieser Pelmatozoen einen hohen Grad von Differenzirung aufwiesen. Die Frage war nur die in welchem besonderen verwandtschaftlichen Verhältnisse sie zu den genannten Abtheilungen der Echinodermeu ständen. Eine bestimmte Lösung dieser Frage ist bisher nicht versucht worden, wenn auch verschiedene Formen, wie Codaster und Stephanocrinus, als Uebergangsformen zu den Cystoideen bezw. Crinoideen betrachtet wurden. In der Organisation der Blastoideen waren namentlich zwei Punkte ihrem Anschluss an andere Pelmatozoen hinderlich, erstens die regelmässige Zusammensetzung und Zahl ihrer Kelchplatten und zweitens die Existenz und Lage ihrer als Röhrenbündel ausgebildeten Hydrospiren. In den übrigen Verhältnissen, wie in der Ausbildung ihrer Ambulacralfelder und ihrer Arme war eine weitgehende Uebereinstimmung mit gewissen Cystoideen unbestreitbar. Eingehende Studien über die Organisation der Pelmatozoen lehrten mich nun diejenige Gruppe der Cystoideen genauer kennen, zu deren Mitgliedern die Blastoideen augenscheinlich die nächsten Beziehungen bieten.