Original paper

über die untere Kreide Norddeutschlands.

Koenen, Adolf

Kurzfassung

Das norddeutsche Neocom war, ähnlich wie das des französischen und schweizerischen Jura, von Römer wesentlich nach verschiedenen Facies in Hilsconglomerat, Hilssandstein und Hilsthon eingetheilt worden. Von Strombeck hatte dann gezeigt, dass ein wesentlicher Theil des Hilssandsteins zum Gault gehört, und Dames hatte die Neocom- und die Gaultsandsteine des nördlichen Harzrandes schärfer getrennt, O. Weerth die wichtige Neocom-Fauna des Sandsteins des Teutoburger Waldes bekannt gemacht. Vor ihm hatten endlich Neumayr und Uhlig die Ammonitiden der norddeutschen Hilsbildungen beschrieben, einschliesslich der Schichten mit Ammonites Deshayesi und Ammonites nisus, die jetzt als Vertreter des Aptien angesehen werden. Sie hatten sehr wohl erkannt, dass die ihnen vorliegenden Formen, welche zu einem grossen Theil aus den conglomeratischen Eisensteinlagern der Gegend von Salzgitter stammten, verschiedenen Horizonten angehörten, konnten aber eine genaue Gliederung des Neocom schon deshalb nicht geben, weil sie eigene geologische Untersuchungen vorzunehmen nicht in der Lage waren, und weil ihnen ganz verschiedene Facies der einzelnen Stufen vorlagen, die eben einen Vergleich mit einander nicht recht zuliessen. In den letzten Jahren sind nun, zum Theil durch G. Müller, Faunen in Thonen verschiedener Stufen des Neocom aufgefunden worden, meist in Kalk- oder Thoneisenstein-Geoden oder auch wohl in kleinen Thoneisenstein-Lagern, und zum Theil in unzweifelhaft über einander folgenden Schichten. Wenn auch öfters fast nur Belemniten zu finden sind, so haben sich doch auch Ammonitiden etc. in grösserer Zahl der Arten, wenn auch leider nicht der Individuen ergeben, mit deren Untersuchung ich zur Zeit beschäftigt bin; es sind dies aber analoge Faunen, welche mit einander verglichen werden können und eine Eintheilung des norddeutschen Neocom in eine Anzahl durch Ammonitiden bezeichnete Stufen ermöglichen.