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Erläuterungen zu den nach der Versammlung stattfindenden Excursionen.

Fraas, Eberhard

Kurzfassung

Das Excursionsgebiet, das wir in den nächsten Tagen besuchen werden, umfasst einen grossen und zugleich auch den schönsten und interessantesten Theil von Württemberg und soll Ihnen ein geschlossenes Bild von dem Aufbau und dem meist durch Erosion geschaffenen landschaftlichen Charakter der schwäbischen Alb geben. Mit dem nördlichen Steilabfalle der Alb nach dem triassischen "Unterlande" beginnend, werden wir bei unserer Wanderung nicht nur den Schichtenaufbau und die verschiedenartigen Jurahorizonte, sondern auch die Modellirung des Gebirges in Terrassen und vorgelagerte sogen. "Deckenberge" ins Auge fassen. In der Balinger und Ebinger Alb durchqueren wir sodann das Juragebiet, um auf dem flach geneigten Südrande die Anlagerungen der tertiären und diluvialen Gebilde Oberschwabens kennen zu lernen. Den geologischen Aufbau Württembergs hier eingehender zu besprechen, möchte ich vermeiden, da ich wohl mit Recht voraussetze, dass Sie mit demselben zur Genüge vertraut sind, und ich beschränke mich auf einige weniger bekannte Momente, welche für unser Excursionsgebiet in Betracht kommen. Der Aufbau des Landes ist im grossen Ganzen ausserordentlich einfach und nur wenig durch grössere Verwerfungen und Brüche gestört. Zwei Rücken von Grundgebirge, derjenige des Schwarzwald-Odenwaldes im Westen und derjenige des Gümbel'schen "vindelicischen Gebirges", dessen früherer Verlauf im Gebiete etwa der Alb und Oberschwabens zu suchen wäre, bilden gleichsam die Grundpfeiler; die tiefe Mulde zwischen beiden Urgebirgsrücken ist nach den Ergebnissen der Tiefbohrungen und sonstiger Beobachtungen grösstentheils mit Rothliegendem erfüllt, auf welches sich die Schichtenglieder der Trias und gegen Süden diejenigen des Jura legen.