Original paper

über die Auffindung von Graptolithen im Kellerwalde.

Denckmann, August

Kurzfassung

Das allgemeine Interesse, welches die Auffindung von Graptolithen im Gebiete des Rheinischen Schiefergebirges in Anspruch nehmen darf, ermöglicht es vielleicht, dass die Gesellschaft auch bei verspäteter Anmeldung für die Vorlegung dieses Fundes einige Minuten Zeit erübrigt. Die von mir im Kellerwalde als Michelbacher Schichten ausgeschiedenen Thonschiefer und Grauwackensandsteine enthalten, wie sich jetzt herausstellt, ausser den Coblenz-Fauna führenden Schichten solche, die reiche, dem Unterharzer (älteren) Hercyn und dem Böhmischen F1 entsprechende Faunen führen. Ausserdem den von mir im vorigen Jahre aufgefundenen Goniatiten-Kalk mit Agoniatites Holzapfeli u. sp. etc. (Schönauer Kalk). Zu allen diesen Funden, die grösstentheils in der ersten Hälfte dieses Sommers gemacht worden sind, gesellt sich nun seit Mitte Juli eine 5 Meter mächtige Folge von rauhen Thonschiefern mit Lagen von unreinem, theils dünnplattigem, theils knolligem Kalk, der im Ausgehenden stark eisenschüssig manganisch zersetzt ist. Die oberste dieser am Steinhorn bei Schönau von mir beobachteten Kalklagen enthält eine reiche Fauna, namentlich von Orthoceraten, Tiefsee-Pelecypoden und von Graptolithen (Monograptus). Als Vertreter wichtiger und häufiger Vorkommnisse in dieser Fauna lege, ich der Gesellschaft ein Stück mit einem Graptolithen und ein Exemplar von Cardiola interrupta vor, mit der Bitte, das sehr zerbrechliche Gestein vorsichtig zu behandeln.