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Excursion durch das krystalline Grundgebirge des Spessarts vom 6. bis 8. August

Klemm, Gustav

Kurzfassung

Am 6. Vormittags fuhren die Theilnehmer mit der Bahn von Aschaffenburg nach Kleinostheim, wo zuerst die contactmetamorphen, hier staurolitharmen oder staurolithfreien Schiefer betrachtet wurden, welche die Decke der Spessartgranite bilden. Nach Uebersetzung des Maines wurde in den Steinbrüchen nördlich von Stockstadt der ältere, fluidalflaserige Granit angetroffen, dessen Armuth an Schieeferinschlüssen darauf deutet, dass hier tiefe Theile des Granitlakkolithen entblösst sind. Zahlreiche Gänge von jüngerem Granit und von Pegmatit wurden im älteren Granit beobachtet. Zurückgekert nach Kleinostheim sah man am Saume des städtischen Strietwaldes eine von Basaltgängen durchtrümerte, stockförmig im Granit auftretende Masse von Basalttuff, ferner am Mainaschaffer Weinberg schönen porphyrischen älteren Granit, sowie Blöcke von Amphibolgesteinen (umgewandelten Dioriten oder Gabbros), die Einschlüsse in jenem bildeten. An "Dahlems Buckel" fanden sich schöne Scriftgranite und an der Bergmühle bei Damm Staurolithschiefer, welche von zahlreichen Pegmatitgängen druchtrümert werden und von diesen aus turmalinisirt worden sind. Am Nachmittag wurde zuerst die Aumühle bei Damm besucht, früher ein Fundpunkt schöner Beylle, Apatite etc., als Contactprodukte von Pegmatitgängen. Die Theilnehmer trafen dort den älteren Granit an, sehr reich an Einshlüssen derselben Staurolithschiefer, welche in der Umgegend in geschlossenen Massen antehen. Auch weiterhin auf dem Wege nach Glattbach zeigten sich änliche Granite noch mehrfach, zwischen Galttbach aber und dem Hof Rauenthal vorwiegend Schiefer, contactmetamorphisch umgewandelt und stark von Granit injicirt. Am Hof Rauenthal selbst wurden schöne Amphibolitschiefer (wahrscheinlich umgewandelte Diabase) gefunden.