Original paper

Ueber die Flysch-Fucoiden und einige andere fossile Algen, sowie über liasische, Diatomeen führende Hornschwämme.

Rothpletz, August

Kurzfassung

Einleitung. Die Arbeit, die ich hiermit zu Beginn des Jahres 1897 abschliesse und dem Drucke übergebe, geht mit ihren Anfängen auf das Ende des Jahres 1895 zurück. Angeregt durch die damals erschienenen Studien über Fucoiden und Hieroglyphen von Th. Fuchs, ging ich an die Erfüllung des lange gehegten Wunsches, das reichhaltige Material von Flyschfucoiden, weiches in der Königl. bayrischen paläontologischen Staatssammlung liegt, genauer zu untersuchen, um festzustellen, wie weit sich aus demselben bestimmtere Anhaltspunkte über die Natur und Entstehung dieser Gebilde gewinnen lassen. Unversehens erweiterte ich dabei das Untersuchungsgebiet in Folge der Notwendigkeit, andere ähnliche Gebilde zum Vergleich heranzuziehen, und diese Erweiterung führte mich unter anderem zu der unerwarteten Entdeckung, dass gewisse oberliasische Fucoiden sich, trotz ihrer äusseren Aehnlichkeit, in ihrer Struktur wesentlich von den Flyschfucoiden unterscheiden und als fossile Hornschwämme aufgefasst werden müssen. Zugleich ergab sich, dass sie in grossen Mengen unverkennbare Diatomeenpanzer einschliessen - eine Thatsache von grosser Tragweite, weil man bisher vergeblich nach unzweifelhaften Vorläufern der fossilen obercretaceischen und tertiären Diatomeen gesucht hatte. Diese Untersuchungen waren im Wesentlichen gegen das Frühjahr 1896 abgeschlossen, z. Th. sogar schon druckfertig niedergeschrieben, als mir Herr Oberbergdirector Von Gümbel mittheilte, dass er gleichzeitig mit mir die Flyschfucoiden zu untersuchen begonnen habe, dabei zu in der Hauptsache ähnlichen Ergebnissen über ihre Natur gekommen sei und bereits eine vorläufige Mittheilung darüber in Druck gegeben habe.