Original paper

Ueber neue Wirbelthierreste aus dem Tertiär Oesterreichs und Rumeliens.

Toula, Franz

Kurzfassung

I. Neue Land-Schildkrötenreste (Testudo kalksburgensis n. sp.) aus den mediterranen Strandbildungen von Kalksburg bei Wien. Die Aufschlüsse in den marinen Strandbildungen bei Kalksburg geboren zu den fossilienreichsten Fundstätten im inneralpinen Antheile des Tertiärbeckens von Wien. Der eine alte Steinbruch, den Th. Fuchs seiner Zeit ausführlich besprochen hat, ist zum Theil verbaut und der noch zugängliche Theil steht nicht mehr im Betriebe. Dagegen werden die viel weniger fest gebundenen feinkörnigen Breccien in einem beckenwärts gelegenen Steinbruche, wenige hundert Schritte weiter östlich, in neuerer Zeit etwas reger abgebaut. Die festen Bänke liegen zwischen halblosen und fast vollkommen losen Sand- und Schottermassen und Breccien. Bei einem Besuche dieser Localität hatte ich das Glück, eine Anzahl von Knochenresten aus den stark eisenschüssigen, grobkörnigen Sandsteinen zu gewinnen. Es sind Reste von einer Landschildkröte und von Halithertum. Schildkrötenreste gehören im Wiener Becken nicht gerade zu den häufigeren Funden. Wohl den schönsten dieser Reste hat G. Haberlandt im oberen Steinbruche von Kalksburg gefunden und als Testudo praeceps als "die erste fossile Landschildkröte des Wiener Beckens" beschrieben und abgebildet. Es ist ein fast vollständiger Steinkern, nur die vorderen Theile des Bauchschildes sind nicht erhalten. Der Vergleich der von mir gemachten Funde mit dem Steinkern von Testudo praeceps lässt sich nicht gut durchführen. Ich fand das hintere Stück des Rückenschildes und eine vordere Hälfte des Bauchschildes. So unvollkommen die Reste sind, lassen sie sich doch als zu Testudo gehörig erkennen. Ich will das Fossil als Testudo kalksburgensis n. sp. bezeichnen.