Original paper

Ueber das Verhältniss von Koninckina Suess zu Koninckella Munier-Chalmas.

Böse, Emil

Kurzfassung

Bei Gelegenheit einer Untersuchung der mittelliasischen Brachiopodenfauna der Nordostalpen konnte ich eine Reihe der sogenannten "Liasleptaenen" studiren. Bekanntlich stellte Munier-Chalmas die "Liasleptaenen" in die Nähe von Koninckina und schlug für sie einen neuen generischen Namen Koninkella vor. Er hatte nämlich bei Leptaena liasina Spiralkegel entdeckt und begründete darauf die Zugehörigkeit zu Koninckina. Bittner bestätigte das Vorhandensein von Spiralkegeln bei verwandten alpinen Formen (Koninckina Eberhardi). Im gleichen Jahre sprach sich Rothpletz dahin aus, dass die Liasleptaenen thatsächlich zu Leptaena zu stellen seien, da weder das Fehlen der Punktirung noch das Vorhandensein spiraliger Eindrücke ausschlaggebend sein könne, weil bei Leptaena punktirte und unpunktirte Schalen, bei Davidsonia aber spiralige Eindrücke vorkommen. Es begann nun eine heftige Polemik zwischen Bittner und Rothpletz, auf welche ich hier wohl nicht weiter einzugehen brauche. Bittner wies nach, dass bei den "Liasleptaenen" kalkige Armspiralen und nicht blosse spirale Eindrücke vorhanden sind, und man jene Organismen also notwendiger Weise als Verwandte von Koninckina zu betrachten hat. Der Unterschied zwischen Koninckina resp. Koninckella und Davidsonia besteht also darin, dass die ersteren ein verkalktes Armgerüst aufweisen, die letzteren jedoch nicht. Es ist seither eine Reihe von Liaskoninckinen beschrieben worden, doch hat ausser Bittner nur Steinmann die Armspiralen präparirt. Ich selber habe neuerdings die Armspiralen an Koninckodonta Fuggeri und zwar an einem Exemplar vom Fagstein bei Berchtesgaden beobachtet.