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Bemerkungen zur Gattung Monograptus.

Gürich, Georg

Kurzfassung

Perner's Untersuchungen und Ruedemann's Funde veranlassen mich, auf einige Punkte der bisherigen Untersuchungen über Monograptiden näher einzugehen. I. Structur der Wandung der Rhabdosome. Dünnschliffe von Monograptus priodon aus böhmischem Silur von "Beraun" und Vyskocilka und baltischer Provenienz aus einem Geschiebe von Nieder-Kunzendorf bei Freiburg in Schlesien liegen mir seit langem vor. Die Darstellung des Thatsächlichen in Perner's Textfiguren und auf den Tafeln, soweit sie die Structur der Monograptiden anlangt, kann ich auch nach meinem Material grossentheils bestätigen. Nach meiner Auffassung ist aber seine Deutung der Beobachtungen verfehlt. Er unterscheidet in der Wandung der Rhabdosome 4 Schichten als histologische Elemente: 1. couche noire, 2. couche à coins, 3. couche à colonnettes, 4. couche epidermique. Die "schwarze Schicht" erscheint in meinem Material bei gelegentlichen Flächenschnitten niemals als zusammenhängende Haut, sondern stets als aus kleinsten polygonalen Stückchen bestehend; die schmalen Lücken zwischen denselben zeigen mitunter eine Tendenz zu paralleler Anordnung, augenscheinlich entsprechend den Anwachsstreifen. Die Schicht à coins. scheinbar aus keilförmigen Elementen bestehend, konnte ich an den meisten Schliffen sehr schön beobachten. Sie besteht aus einer Schicht von Kalkspathkrystallen, welche in Form einer dünnen Kruste sehr häufig die schwarze Schicht überdeckt. In vielen Fällen kann man die rhomboëdrischen Endigungen der Krystalle in das umhüllende Gestein hineinragen sehen (Perner, l. c. t. 2, f. 10). Feine Zwillingsstreifen sind oft beobachtbar. Die Begrenzung zwischen zwei benachbarten Krystallen, der Spaltbarkeit entsprechende Risse und Sprünge der Krystalle sind nun mehr oder minder von einem braunen Pigment erfüllt.