Original paper

Marine Conchylien im Tertiär Spitzbergens und Ostgrönlands.

Nathorst, A. G.

Kurzfassung

In einer jüngst erschienenen Abhandlung, "Das paläothermale Problem, speciell die klimatischen Verhältnisse des Eocän in Europa und im Polargebiet", hat Herr Max Semper sich auch über das Vorkommen mariner Tertiär-Conchylien in Spitzbergen ausgesprochen, indem er die diesbezüglichen Angaben für "wenig sicher" erklärt. Da ich für diese Angaben verantwortlich bin, sei es mir gestattet zu bemerken: 1. dass meine Angabe vollkommen richtig ist, und 2. dass Herrn Semper's entgegengesetzte Behauptung nur aus einer sehr mangelhaften Kenntniss der Literatur hervorgegangen sein kann. Herr Semper spricht sich (l. c. p. 266) wie folgt aus: "Zwar wird von Suess nach brieflichen Mittheilungen Nathorst's eine 2500 Fuss mächtige Schicht "mariner Sandsteine, Thonlager u.a. mit Meeres-Conchyliena zwischen tertiären Kohlenlagern in Spitzbergen angeführt, die sich auch nach Ost-Grönland, speciell dem Hochstetter-Vorland, ausdehnen soll. Es ist indess ziemlich wahrscheinlich, dass diese "marinen" Conchylien identisch sind mit jenen, welche Karl Mayer bestimmte trotz ihres anerkannt fragmentarischen, eine sichere Bestimmung kaum zulassenden Erhaltungszustandes; Nordenskiöld hielt sie für Schalenfragmente, welche aus älteren Schichten herausgewaschen seien. Ausser diesen wenig sicheren Angaben sind mir keine über marine Schichten im Polargebiet bekannt geworden." Es ist sehr zu bedauern, dass Herr Semper, statt die Frage so oberflächlich zu behandeln, sich nicht brieflich an mich gewandt hat, denn er würde dann sichere Angaben nebst Hinweisen auf schon längst dem Fachmann bekannte - ihm dagegen allerdings unbekannte - Literatur erhalten haben. Ich habe nämlich nicht meine Angaben auf Zimmerspeculationen oder Wahrscheinlichkeiten, sondern auf eigene Untersuchung gegründet.