Original paper

über die Entdeckung von Kohlenlagern am Nyassa.

Hauchecorne

Kurzfassung

Von Herrn Bergassessor Bornhardt, zur Zeit in Langenburg am Nyassa-See in Deutsch-Ostafrika, sind mir am 6. October Nachrichten über die Auffindung von Steinkohlenflötzen in einem Gebirgszuge zugegangen, welcher das Quellgebiet der dem Nyassa unfern seines Nordendes von Westen her zugehenden Flüsse Songwe und Kiwira ist. Der Songwe bildet hier die Grenze gegen das südlich anschliessende englische Gebiet. Die Lagerstätten wurden in etwa 40 km westlicher Entfernung vom Nyassa in der Schlucht eines Seitenbaches des Songwe in natürlicher Entblössung anstehend gefunden und durch Schurfarbeiten untersucht. Es wurde ein in mehrere Bänke gegliedertes Hauptflötz von fast 5 m Gesammtmächtigkeit aufgeschlossen, in dessen Hangendem ein zweites Flötz von etwa 21/2 m Mächtigkeit. Weiter im Hangenden scheinen noch andere Flötze zu liegen, deren nähere Untersuchung noch nicht bewirkt werden konnte. 2 eingesendete kleine Proben der Steinkohlen des Hauptflötzes zeigen ein sehr verschiedenes Ansehen. Die eine ist eine echte geschichtete Glanzkohle, die sich in keiner Hinsicht von den gewöhnlichen Steinkohlen dieser Art unterscheidet. Die andere dagegen zeichnet sich durch muschligen Bruch, Zurücktreten des geschichteten Gefüges, dunkelgraue Farbe und matten Glanz aus, so dass sie ein fast graphitisches Ansehen zeigt.