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Die Silber-Zinnerzlagerstätten Bolivias.

Stelzner, Alfred Wilhelm

Kurzfassung

Ein Beitrag zur Naturgeschichte des Zinnerzes. Im Nachlasse des verstorbenen Bergraths A. W. Stelzner haben sich verschiedene Manuscripte über Arbeiten gefunden, welche den der Wissenschaft so früh Entrissenen während der letzten Jahre beschäftigt haben. Sie bezogen sich auf dasjenige Gebiet der Geologie, das er als anerkannte Autorität beherrscht hat und das ihm sicherlich noch sehr viel zu verdanken gehabt hätte, wenn der noch kaum auf der Höhe seines Schaffens stehende Mann nicht vom Tode dahin geraftt worden wäre. Ein Theil des schriftlichen Nachlasses ist bereits von anderer Seite der Oeffentlichkeit übergeben worden. An dieser Stelle bringe ich vor dieselbe ein weiteres Werk, dessen Veröffentlichung der Verfasser selbst wohl noch im Laufe des letzten Jahres vorgenommen hätte. Es ist die Frucht einer etwa fünfjährigen Arbeit, an seiner Fertigstellung hat zuletzt sein Sinnen und Denken gehangen. Stelzner hatte schon auf der Strassburger Versammlung der Deutschen geologischen Gesellschaft im Jahre 1892 über die bolivianischen Zinn- und Silbererz führenden Gänge Mittheilung gemacht; nach einer Randnotiz auf der ersten Seite des Manuscripts war dieses bereits im Anfang März 1892 begonnen worden und dürfte wohl im Laufe des gleichen Jahres in der vorliegenden Abfassung fertig gestellt worden sein. Damals hatte der Verfasser schon die einschlägige Litteratur durchgearbeitet, alle die zahlreichen Beiträge in Gestalt schriftlicher Mittheilungen und werthvoller Erzsendungen, mit denen man allerseits dem beliebten Gelehrten entgegenkam, waren schon soweit benutzt und hatten ein so vollständiges Bild von den eigenthümlichen Verhältnissen jener südamerikanischen Grubengebiete gegeben, dass der Herausgeber ungescheut das Manuscript der Oeffentlichkeit übergeben zu können glaubt. Wenn der Verfasser selbst mit dem Abschluss seiner Arbeiten zögerte, so geschah das aus zwei Gründen. Erstlich erwartete er noch eingehendere Mittheilungen über einzelne, erst in den letzten Jahren genauer bekannt gewordene Gruben (Tasna, Chorolque), ausserdem fehlte ihm noch einiges Material, das für den Entwurf der beigegebenen Karte von Wichtigkeit war.