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Ueber sandhaltige Oypskrystalle vom Bogdo-Berge in der Astrachan'schen Steppe.

Doss, Bruno

Kurzfassung

Dreissig Werst von der Achtuba, dem linken Arme der unteren Wolga, entfernt, erhebt sich unvermittelt aus der flachen, einst von den Fluthen des Caspischen Meeres bedeckten Steppe ein Hügelgebiet mit dem Grossen Bogdo-Berge als höchsten Punkt, jener für die Kalmücken heiligen, für die Geologen classischen Stätte, der sich schon seit Pallas' Zeiten im vorigen Jahrhundert viele und bedeutende Forscher zugewandt haben, um Natur und Alter der Gesteine dieses geologisch so isolirten Ber- ges, sowie die Ablagerungen des benachbarten salzigen Baskuntschak-Sees zu studiren. Von dieser Gegend, und zwar der Etiquette zufolge vom Bogdo-Berge, erhielt ich vor einiger Zeit durch Vermittelung des Herrn Director G. Schweder in Riga einige sehr hübsche Stufen von Gypskrystallen, die in mehrfacher Hinsicht das Interesse erwecken mussten. Einerseits war es die Anordnung der Individuen, welch' letztere sich mannigfach durchwachsend gefällige und grosse freie Krystallgruppen darstellen, andererseits die einfache Krystallform, und endlich der Umstand, dass die Individuen eine bedeutende Menge von Sand einschliessen, wodurch ein Analogon zu den bekannten "krystallisirten Sandsteinen" geboten wird. Der erstere Punkt besitzt trotz des hübschen Anblickes, der dem Laien zunächst Beachtung abzwingt und ihn zum Sammeln der Stücke veranlasst, wenig wissenschaftliches Interesse, da, wie sich ergeben hat, die Verwachsungen und Durchkreuzungen ausnahmslos zufällige, unregelmässige sind, dadurch entstanden, dass in lockerem Sande an verschiedenen benachbarten Stellen Krystallisationscentren für Gypsindividuen sich bildeten, welch' letztere dann bei ihrem Weiterwachsthum zum Aufsitzen auf ältere Krystalle oder zur Durchkreuzung mit ihnen gelangten.