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Der Ausbruch des Vulkans "Tolo" auf Halmahera.

Wichmann, Arthur

Kurzfassung

Als Leopold Von Buch im Jahre 1825 sein grundlegendes Werk über die canarischen Inseln veröffentlichte, fügte er demselben eine Uebersicht aller auf der Erdoberfläche bisher bekannt gewordenen Vulkane bei. In dieser Zusammenstellung findet sich auch die Mittheilung über einen Vulkan Tolo auf der Insel Morotai, "der in vorigen Jahrhunderten stark gebrannt hat." Die Quelle dieser Notiz war, wie richtig angegeben, Valentijn, der wörtlich geschrieben hatte: "Op dit Morotay is ook een berg, Tolo genaamt, die in de vorige tijden zeer sterk gebrand, en alles daar omtrent verzengd heeft." Nachdem dieser Bericht auf dem Eingangs erwähnten Wege in die geologische Litteratur eingeführt worden war, fand derselbe eine weite Verbreitung, doch wurde ihm dabei das nicht ungewöhnliche Loos zu Theil, verunstaltet zu werden. G. Landgrebe zufolge sollte der Berg "im vorigen Jahrhundert" heftige Ausbrüche erlebt haben, und C. W. C. Fuchs gestattet sich eine weitergehende Aenderung des ursprünglichen Textes, indem er den genannten Vulkan noch "bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts" thätig sein lässt. Die Insel Morotai, unweit der Nordspitze von Halmahera gelegen, wurde im Jahre 1861 von A. Bernstein besucht und gleich in seinem ersten Berichte äusserte sich dieser Forscher dahin, dass gar kein Berg Namens Tolo auf dieser Insel vorhanden, sondern dass damit der Gunung Api bei Galela auf Halmahera gemeint sei. Zwar kommen auf Morotai jüngere Eruptivgesteine vor, wie denn auch Bernstein selbst "Trachyt" in der Nähe von Tjio, an der Westküste gelegen, erwähnt, aber bereits Thomas Forrest bemerkt, dass diese Insel sanft und allmählich nach dem Meere zu abfalle, sowie dass auf derselben sich keine besonders in Erscheinung tretenden Hervorragungen befänden, wie dies auch die seinem Werke beigefügte Abbildung erkennen lässt.