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Untersuchungen über den Versteinerungsprocess und Erhaltungszustand pflanzlicher Membranen.

Felix, Johann

Kurzfassung

Die bisherigen Schilderungen des Versteinerungsprocesses pflanzlicher Gewebe beschäftigen sich besonders mit der chemischen Seite dieses Vorganges. Man weiss, dass dieser darin besteht, dass die Membranen gewisse Bestandteile verlieren, ihnen aber andere, meist fremde, chemisch gelöste, mineralische Stoffe zugeführt werden, welch' letztere sich dann in ihnen ablagern und so den betreffenden organischen Ueberrest schliesslich event. vollständig in Stein verwandeln. Ausser der chemischen Zusammensetzung sind namentlich auch in vielen Fällen die Aggregationsformen der versteinernden Materie in den Hohlräumen der Gewebe beschrieben worden. Man fand z.B., dass die Kieselsäure die Gefässe fossiler Pflanzen bald in Form von zonal aufgebauten Krystallen, bald von radial-strahlig, concentrisch-schalig struirten Sphaerokrystallen oder in traubigen Aggregaten erfülle; über die Art und Weise aber, wie die mineralischen Stoffe sich innerhalb der einzelnen Membran ablagerten, fehlen, soweit mir die Literatur bekannt geworden ist, detaillirtere Untersuchungen. Aus den im Folgenden mitgetheilten Beobachtungen wird man ersehen, dass sich bisweilen ganz bestimmte Beziehungen constatiren lassen zwischen dem gegenwärtigen optischen Verhalten der versteinernden Materie und den einstigen optischen Eigenschaften der Zellwandungen: Beziehungen, die gewiss um so mehr unser Interesse verdienen, als sie uns Aufschluss geben über die feineren Vorgänge bei dem Versteinerungsprocess in den organischen Körpern selbst und daher das durch chemische Untersuchungen gewonnene Bild des Processes wesentlich vervollständigen. Häufig ist der Fall, dass die Zellen eines pflanzlichen Gewebes keinerlei Einfluss auf die Einlagerung der versteinernden Mineralsubstanz ausüben.