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Elephas antiquus FALC. und Elephas trogontherii POHL. in Schlesien.

Volz, Wilhelm

Kurzfassung

Die diluviale Thierwelt Schlesiens ist, was wenigstes grössere Säugethierformen anlagt, gut genug bekannt. Sie umfasst nach Gürich, der die letzte Zusammnestellung der quartären Säugethierformen Schlesiens gegeben hat, folgende Arten: [...] Dazu kommen noch: Elephas trogontherii POHL. - antiquus FALC., die ich als sicher in Schlesien vorkommend nachweisen konnte. Die Kenntniss des schlesischen Diluvium ist leider noch nicht sehr detaillirt, da die Aufnahmen der geologischen Landesanstalt noch nicht in das schlesische Flachland vorgedrungen sind. Wesentlich auch aus diesem Grunde wurden früher sämmtliche Funde in die grosse Interglacialzeit, welcher die Rixdorfer Säugethierreste entstammen, verlegt. Für den weitaus grössten Theil ist diese Annahme auch richtig, aber nicht für alle. So konnte ich kürzlich zusammen mit meinem Freunde Dr. Richard Leonhard zeigen, dass die Petersdorfer Funde von Proboscidier-Resten älter sind, als die Rixdorfer Fauna, da sie unter dem Geschiebemergel (= untere Geschiebemergel Norddeutschlands) liegen. Dieser Fund veranlasste mich, die Elefantenreste aus dem schlesischen Diluvium, welche sich mit geringen Ausnahmen im paläontologischen Institut der Universität Breslau befinden (die zahlreichen, ehemals dem Anatomischen Institut angehörigen Reste sind ihm durch Herrn Geheimrath Prof. Dr. Hasse liebenswürdigst überlassen worden) auf ihre Artenzugehörigkeit zu untersuchen. Die Untersuchung konnte sich natürlich nur auf die Molaren beschränken, da die übrigen Skeletknochen in ihren Artmerkmalen mit wenigen Ausnahmen, wie z.B. des Astragalus, nicht genügend bekannt sind. Das Resultat sei im Folgenden kurz mitgetheilt.