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Die Gattung Roemeria M. E. u. H. und die Beziehungen zwischen Farosites und Syringopora.

Weissermel, Waldemar

Kurzfassung

Die Gattung Roemeria verdient ein besonderes Interesse durch die Zwischenstellung, die sie zwischen zwei sonst so verschiedenen Typen wie Favosites und Syringopora einnimmt. Die paläontologische Sammlung des bayerischen Staats zu München enthält von den bisher beschriebenen 4 Arten der Gattung 3 in schönen Exemplaren, nur Roemeria infundibulifera Goldf., von der nach Schlüter 1889 nur die beiden Goldfuss'schen Originalexemplare vorhanden waren, fehlt. Ausserdem liegt noch eine neue Form aus dem unterdevonischen Kalk von Konêprus in Böhmen vor, durch die das Bild der Gattung nicht unwesentlich vervollständigt wird. Mit gütiger Erlaubniss des Herrn Geheimrath V. Zittel konnte ich dieses Material unter Benutzung all' der reichen Hülfsmittel des Münchener paläontologischen Instituts eingehend untersuchen, wofür ich mir an dieser Stelle meinen ergebensten Dank auszusprechen erlaube. Die erste der hierher gehörigen Formen wurde von Goldfuss als Calamopora infundibulifera aus dem Mittel-Devon der Eifel beschrieben. Milne Edwards u. Haime trennten dieselbe auf Grund der abweichend gestalteten Böden von Favosites (Calamopora) ab und errichteten für sie die Gattung Roemeria, ohne diese jedoch genau zu begrenzen. Nicholson konnte in seinem grundlegenden Werke über die Tabulaten-Korallen den Beschreibungen von Goldfuss und Milne Edwards nichts Neues hinzufügen, da er die bis dahin einzige Art der Gattung damals (1879) nicht aus eigener Anschauung kannte, ausser der Ansicht von Hinde, der nach Untersuchung der Bonner Originalexemplare von R. infundibulifera sich dahin aussprach, dass diese Form den Syringoporen näher stehe als den Favositen.