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Reste von Zanclodon aus dem oberen Keuper vom Langenberge bei Wolfenbüttel.

Fraas, Eberhard

Kurzfassung

Durch Vermittelung des Lehrervereins wurden mir eine Anzahl von Knochenresten zur Untersuchung übergeben, welche im Juni vorigen Jahres von Herrn L. Knoop in Boersum (Herzogth. Braunschweig) gesammelt worden waren. Mit Mühe konnte das Trümmerwerk wenigstens soweit wieder zusammengesetzt werden, dass eine genauere Bestimmung der Skelettheile ermöglicht war, die denn auch die von Anfang an gefasste Meinung, dass es sich um die Reste eines grossen Dinosauriers handle, vollständig bestätigte, und es erscheint mir daher nicht unwichtig, diesen Fund auch weiter bekannt zu machen. Ueber das Vorkommniss theilte mir Herr Knoop Folgendes mit: Die Knochenreste wurden am 8. Juni 1896 im Langenberge bei Hedeper (Kreis Wolfeubüttel) ausgegraben. Der Höhenzug selbst gehört dem Rhätkeuper an, in welchem als einziges bis jetzt bekanntes Fossil Taeniopteris tenuinervis gefunden wurde. Das Profil selbst ergiebt unter einer 0,20-0,50 m mächtigen Alluvialdecke 5 m Wechsellager von Sandsteinen und Mergelschichten. 2 m reine Mergel. bis 12 m feste, feinkörnige, gelblichweisse Sandsteinbänke. Wie bereits erwähnt, waren die Skelettheile zu einem Haufwerk kleiner Stücke zerfallen, welche nur mit Mühe zusammengesetzt werden konnten und leider auch so noch kein vollständiges Skeletstück ergaben. Am besten erhalten ist ein Theil des linken Femur, während die übrigen Stücke nur kaum bestimmbare Fragmente der Tibia darstellen. Das nunmehr im Zusammenhang vorliegende Stück des Femur ist 0,52 m lang, wozu noch ein weiteres 0,16 m langes Fragment aus der oberen Umbiegung des Schenkelknochens kommt, das aber leider nicht angepasst werden konnte. Immerhin sind durch die beiden Stücke zusammen die Grössenverhältnisse und die Form dieses gewaltigen Saurierknochens mit annähernder Sicherheit zu bestimmen.