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Zur Heimathfrage jurassischer Geschiebe im westgermanischen Tieflande.

Schlüter, Clemens

Kurzfassung

Für die weitaus grösste Mehrzahl der Geschiebe in den Diluvial-Ablagerungen der norddeutschen Tiefebene ist die nördliche Herkunft erwiesen. Während jedoch für die jurassischen Geschiebe in der östlichen Hälfte des Gebietes, also bis zur Elbe, ihre Herkunft noch nicht dargethan werden konnte und nur im Allgemeinen eine Verwandtschaft mit den bei Popilani an der Windau in Kurland anstehenden jurassischen Schichten erkannt wurde, scheint es ein ziemlich allgemein geltendes Axiom zu sein, dass die dem westgermanischen Diluvium - insbesondere umfassend das weite Gebiet des Niederrheins, sowohl auf deutschem, wie auf niederländischem Boden - angehörigen Gesteine und Versteinerungen der Juraformation ursprünglich den betreffenden Ablagerungen Westphalens und Hannovers angehört hätten. So bezeugen, um wenigstens einen älteren und einen jüngeren Gewährsmann anzuführen, K. Martin und P. Krause. Und doch möchte die Frage, ob nicht einzelne Geschiebe einem weiteren Süd-Nord-Transport ihr Dortsein, ihre gegenwärtige Lagerstätte verdanken, der Erwägung nicht unwerth sein. I. Dogger-Geschiebe. Vor einigen Jahren wurde in der Kiesgrube bei Geilenkirchen, NNO. von Aachen, ein vollständig verkieselter, im Innern zum Theil mit Quarzkrystallen besetzter Ammonites coronatus Schloth. (Amm. Blagdeni Sow.) aufgefunden und für unser Museum erworben. Das Stück ist fast ein halbes Gehäuse, welches durch den Transport kaum gelitten hat. Es wird gegen 9 cm im Durchmesser gehabt haben. Der letzte Umgang, der mit einer Kammerwand endet, hat eine Höhe von ca. 25, eine Breite von ca. 80 mm. Der Nabel ist conisch, die scharfen Knoten von dem folgenden Umgange nicht verdeckt. Dieser Fund rief die Erinnerung wach an einige ähnliche Funde, welche schon fast ein halbes Jahrhundert zurückliegen.