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Das Alter der Phosphoritlager der Helmstedter Mulde.

Vater, Heinrich

Kurzfassung

In der Helmstedter Braunkohlenmulde wurden in den achtziger Jahren unseres Jahrhunderts einige Phosphoritlager ziemlich rege abgebaut. Ich habe dieselben seiner Zeit in einer Abhandlung "Die fossilen Hölzer der Phosphoritlager des Herzogthums Braunschweig" neben anderen Phosphoritlagern näher beschrieben. Die damals in Abbau begriffenen Lager waren Geröllschichten in einem fossil- und geröllfreien Grünsand, welcher theils unmittelbar von geschiebereichem Diluvialkies überlagert wurde, theils von einer Thonschicht bedeckt war, die dann ihrerseits dem eben erwähnten Diluvialkies zur Unterlage diente. Der Abbau wurde nach einigen Jahren eingestellt, so dass gegenwärtig die damaligen Aufschlüsse nicht mehr vorhanden sind. Das Material dieser Phosphoritlager bestand in der Hauptsache aus Phosphoritconcretionen, sog. Phosphoritknollen, welche sich theilweise auf secundärer Lagerstätte befanden, theilweise erst an Ort und Stelle gebildet hatten. Zwischen den Phosphoritknollen kamen sehr zahlreiche Reste von Organismen vor, wie Haifischzähne, Fischwirbel u. dergl. sowie in Phosphorit und in Hornstein versteinerte Hölzer. Diese Reste befanden sich ebenfalls mindestens zum grösseren Theile auf secundärer Lagerstätte. Wenn auch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen erscheint, dass die völlig unbeschädigten Exemplare von unteroligocänen Haifischzähnen und -Wirbeln primär eingelagert waren, so könnte doch eine Abgrenzung dieser Exemplare von den z. Th. nur sehr wenig, z. Th. jedoch deutlich, z. Th. sogar sehr stark abgerollten Exemplaren derselben Arten nicht ohne Willkür durchgeführt werden. Deshalb war es unmöglich, das geologische Alter der Phosphoritlager aus den Fossilien derselben herzuleiten, und es mussten andere Verhältnisse der Altersbestimmung zur Grundlage dienen.