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Lecco und die Grigna.

Becker, Heinrich

Kurzfassung

Vor mehr als 12 Jahren war ich mit Prof. Benecke und Prof. Deecke zum ersten Male in dem Sonnenlande Italien; dort wies uns Prof. Benecke am Schauplatze der "promessi sposi" von Manzoni auf die Probleme der Gebirgsbildung in diesem Theile der Voralpen hin, welche durch Dr. Phiuppi's Arbeit in dieser Zeitschrift (XLIX. 1) eine neue erwünschte Beleuchtung erfahren haben. - Es scheint, dass Philippi nunmehr auch geneigt ist, zuzugeben. dass der Seearm von Lecco ein einfaches Erosionsthal ist und bleibt, und dass die 3 Verwerfungen, welche "der Erosion die Wege verzeichneten (p. 336)" nicht von Bellagio nach Lecco, sondern in spitzen Winkeln zu dieser Linie verlaufen, Deren Richtung dürfte im Ganzen parallel der neuentdeckten, tectonischen Linie Laorca-Passo la Passata sein; diese fügt sich an Schmidt's Brianza-Ueberschiebung. Den Muschelkalk von Rancio di Lecco vermag ich immer noch nicht als solchen zu erkennen, denn Philippi erklärt selbst, dass seine Versteinerungen schlecht erhalten und dürftig sind. Der darüber lagernde Dolomit ist weiter nach NO erzführend; darum braucht er aber noch nicht Esinokalk zu sein, die darüber lagernden "Raibler" habe ich nie angezweifelt (p. 339), nur nehme ich an, dass dieselben auch überkippt sind. Es ist nicht zu erkennen, in welcher Weise dieser ganze Kalkklotz in sich gefaltet ist, der gegenüberliegende Hauptdolomit des Monte Regale (auch M. Moregallo (Mo.-regallo) genannt) hat eine sehr deutliche, liegende Falte über den Kalköfen nördlich Paré al Lago. Nun sieht man auch auf Philippi's Karte am Westabhang des Mte. San Martine, dass hier der "Dolomit controverser Stellung" Nordfallen hat, wie die Dolomia a Conchodon in der Breite von Maggianico. Am Brianzaufer gegenüber Abbadia ist dann die Steilstellung des folgenden Rhät zu beobachten; der Hauptdolomit über Onno liegt dann wieder flach. In dieser Region setzen also südlich von Onno die tectonischen Linien vom Grignamassiv herüber.