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Die Silber-Zinnerz-Lagerstätten Bolivias.

Ochsenius, Carl

Kurzfassung

Zu dem Aufsatze "Die Silber-Zinnerz-Lagerstätten Bolivias" der Herren Stelzner-Bergeat habe ich einige Notizen zu machen, die z. Th. auf Mittheilungen von C. Francke beruhen. Zu p. 88 u. 128. Ein mächtiger Gang von Plumbostannit (0,5 pCt. Ag. 20 Sb) ist bei Trinacria in der Provinz Poopo vor wenigen Jahren angehauen worden. Zu p. 130. Die Angabe von L. Braun, dass die sogen. veta rica bereits im Real Socavon (Hauptstolln) des Cerro de Potosi angetroffen ist, beruht auf einem Irrthum. Bis jetzt ist sie darin noch nicht bekannt. Zu p. 137. Der Fundort des Beryllkrystalls, welchen Herr Jackowsky bei Tasna oberhalb einer Erzwäsche angiebt, wird zweifelhaft bleiben, weil da eine Erzwäsche nicht existirt. Zu p. 138. Das Zinnerz mit Hohlräumen, die höchst wahrscheinlich von Apatitkrystallen herrühren, stammt von der Grube Fortunata selbst allein. Die Vermuthung auf p. 121. dass atmosphärische Gewässer die primären Kupfer-, Blei- und Zinksulfide der Gangspalten ausgelaugt, den Eisenhat zurückgelassen und das vorhandene Schwefelsilber in gediegenes und Chlorsilber verwandelt haben (ähnlich dem Vorgange zu Brokenhill in Neusüdwales, wo mau 30 m tief unter einem ganz sterilen eisernen Hut auf ganz ausserordentliche Mengen von Silber. Chlor-, Brom- und Jodsilber stiess), kann ich nicht theilen. Atmosphärische Wasser transportiren Eisen, namentlich Eisensulfat, leichter, als die meisten hier in Betracht kommenden Verbindungen anderer Schwermetalle, das geht schon daraus hervor, dass wir in unseren Süsswassersedimenten wohl Eisenerzlager, aber keine bedeutenden anderen Erzansammlungen antreffen. Viel energischer dagegen wirken concentrirte, salinische Lösungen.