Original paper

Ueber Hydrocharis.

Keilhack, Konrad

Kurzfassung

In der Aprilsitzung dieses Jahres machte ich eine kleine Mittheilung, über die durch eine Vergesslichkeit meinerseits nur ein nichtssagender Titel in das Protokoll gekommen ist. Ich möchte die Versäumniss an dieser Stelle nachholen. Nachdem es mir im Herbst vorigen Jahres gelungen war, die als Folliculites bezeichneten Samen aus dem interglacialen Torflager von Klinge mit der lebenden Hydrocharidee Stratiotes aloides zu identificiren, blieb nur noch ein einziger in grösserer Zahl aufgefundener Same aus diesen reichen Ablagerungen als unbestimmbar übrig. Die Erwägung, dass die gleichen Ursachen, die die Bestimmung der Stratiotes-Samen so schwierig gemacht hatten, auch vielleicht bei diesen Samen im Spiele sein könnten, veranlasste mich, zunächst an die zweite deutsche Hydrocharidee, Hydrocharis morsus ranae, zu denken. Es ist das eine ebenso wie Stratiotes aloides zweigeschlechtige Wasserpflanze, deren nierenförmige Blätter auf dem Wasser schwimmen und wie eine kleinblätterige Nymphaea aussehen. Meine Vermuthung erwies sich als richtig, denn die im Berliner botanischen Institut aufbewahrten Samen von Hydrocharis morsus ranae stimmen bis auf die Farbe mit den kleinen, glänzenden, schwarzen, mit fein gerunzelter Oberfläche versehenen fossilen Samen von Klinge überein, nur dass letztere etwas grösser sind. Ich glaube jedoch, dass die mir vorliegenden lebenden Samen noch nicht völlig ausgereift sind. Auch von dieser Hydrocharidee ist der Samen, weil selten zur Entwickelung gelangend, den Botanikern meist unbekannt, wodurch sich die bisherige Unmöglichkeit der Identificirung erklärt.