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Die Thierfährten in dem Ober-Rothliegen den von Tambach in Thüringen.

Pabst, Wilhelm

Kurzfassung

II. Ichnium acrodactylum. Der Unterschied zwischen den von mir als "Klumpzehfährte" Ichnium sphaerodactylum und "Spitzzehfährte" Ichnium acrodactylum bezeichneten Thierfährten in dem Ober-Rothliegenden von Tambach in Thüringen spricht sich hauptsächlich im Bau der Einzelfährten beider Fährtentypen aus. - So ist die Taf. XXV, Fig. 1, etwa in halber natürlicher Grosse abgebildete Einzelfährte des linken Hinterfusses (4*) von Ichnium sphaerodactylum auf der Fährtenplatte No. 1369 ausgezeichnet durch einen breiten Ballen und den Besitz von fünf Zehen. Die Zehen besitzen klumpige bis kugelförmige Endigungen, die bei den ersten vier Zehen nach einwärts, bei der fünften Zehe aber nach auswärts gebogen sind. Die erste vom Beschauer aus am weitesten links befindliche Zehe, da das "Relief" der Einzelfährte der Abdruck der "Fussonote" ist, ist von den enger verwachsenen mittleren Zehen getrennt, ebenso die fünfte Zehe, die abgespreizt erscheint. Die Zehen sind gegliedert und zeigen deutliche Spuren einer an Fältelung reichen Hautbekleidung. Die erste ist die kürzeste, die vierte die längste, und ist die gleichmässige Zunahme der Länge der ersten bis vierten Zehe bemerkenswerth. Die Länge der Einzelfährte wird von ihrer Spannweite um nahezu 1,5 cm übertroffen, wodurch die Einzelfährte ihr für den ersten Fährtentypus charakteristisches breites Aussehen erhält. Vergleichen wir mit dieser Einzelfährte diejenigen von Ichnium acrodactylum, Taf. XXV, Fig. 2, Taf. XXVI, Fig. 1 u. 2, so zeigt bei ihnen der Ballen einen viel längeren und schmäleren Bau, der dadurch noch eigenartiger erscheint, dass der der Ballen sich scharf in den Mittelfuss und die Fusswurzel mit deutlich entwickelter und abgesetzter Ferse gliedert.