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Die Gattung Columnaria und Beiträge zur Stammesgeschichte der Cyathophylliden und Zaphrentiden.

Weissermel, Waldemar

Kurzfassung

Wohl alle Forscher, die sich mit den Rugosen oder Pterokoralliern beschäftigten, haben ausser anderen kleineren Gruppen die beiden wichtigen und umfangreichen Familien der Cyathophylliden und Zaphrentiden unterschieden. Ueber die Begrenzung dieser Familien, über die Zurechnung der einzelnen Gattungen zu der einen oder anderen, über die Frage, ob die Anordnung der Septen oder die Entwickelung der Dissepimente dabei das ausschlaggebende sei, gehen die Ansichten noch vielfach anseinander. Bei der grossen Variabilität aller Merkmale lässt sich ein sicheres Urtheil über die Stellung einer paläozoischen Korallengattung fast nur dadurch gewinnen, dass man ihr Verhältniss zu anderen Gattungen unter strenger Berücksichtigung des geologischen Vorkommens feststellt, wie es besonders durch die Arbeiten von Frech für das Devon angebahnt ist. Schwieriger liegen bis jetzt die Verhältnisse im Silur. Die Korallenfauna des Ober-Silur ist zwar durch eine Reihe von Arbeiten, unter denen diejenigen Lindström's obenan stehen, ziemlich gut bekannt, doch fehlt eine Verfolgung derselben von Stufe zu Stufe; aus den beiden nächstliegenden Formationsgliedern, dem Unter-Silur und dem Unter-Devon, kennen wir nur Bruchstücke der Fauna Wir können nach unserer bisherigen Kenntniss nur so viel sagen, dass die Korallen des Unter-Devon denen des Mittel-Devon bereits erheblich näher stehen, als denen des Ober-Silur. (So geht z.B. das wichtige und weit verbreitete Cyathophyllum heterophyllum M. Edw. u. H. durch beide Glieder des Devon hindurch, im Unter-Devon Konêprus in Böhmen ist es bereits recht häufig, wie ich zusammen mit Herrn Dr. Kjär dort constatiren konnte.) Im Unter-Silur convergiren manche der späteren Typen; von einer fortschreitenden Kenntniss untersilurischer Korallen dürfen wir daher wichtige Aufschlüsse erwarten.