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Ueber die Infiernillos von Chinameca.

Sapper, Carl

Kurzfassung

Zur Vervollständigung einer früheren Mittheilung in dieser Zeitschrift (1896, p. 14 ff.) über die Schlammvulkane und Dampfquellen der Republik San Salvador gebe ich nachstehend eine orientirende Kartenskizze und einige Bemerkungen über die Infiernillos von Chinameca, welche bisher nur durch die Beschreibung von A. Dollfus und E. De Montserrat bekannt waren. Seit der Zeit, wo die genannten französichen Geologen die Infiernillos von Chinameca besuchten (15. April 1866), haben diese offenbar manche Wandelungen durchgemacht: die geringe Activität des Boqueron, der südlichsten Emanationsstelle, ist zwar ungefähr gleich geblieben, dagegen sind die südlich von Ervedor (A) befindlichen Fumarolen, welche im Jahre 1866 erloschen gewesen waren, wieder in Thätigkeit getreten, während die nordöstlichste Fumarole (G) zur Zeit einen geringeren Grad von Thätigkeit zeigt als damals. Unrichtig ist die Angabe, dass die Emanationsstellen in einer geraden Linie angeordnet wären; namentlich weicht die Lage von G stark von der Hauptrichtung ab. Wie ein Blick auf die kleine Kartenskizze zeigt, liegt der Boqueron am Rande eines Berggrats, während die Hervederos theils am entgegengesetzten Berghang, theils im Grund eines unbedeutenden Bachrisses angeordnet sind. Der Boqueron ist eine ziemlich ausgedehnte vegetationslose Fläche (wohl 40 m lang), von welchen an verschiedenen Stellen leichte weisse Dampfwölkchen, bestehend aus Wasserdampf und ein wenig Schwefelwasserstoff, aufsteigen. Ihre Temperatur fand ich an verschiedenen Stellen übereinstimmend zu + 97,3° G. (also nicht ganz so hoch, als dem Siedepunkt des Wassers in solcher Meereshöhe entsprechen würde: 97,5°; freilich ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass der geringe Unterschied durch einen Fehler meines Thermometers bedingt war).