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Erwiderung auf Herrn H. Becker's briefliche Mittheilung "Lecco und die Grigna".

Philippi, Emil

Kurzfassung

Herr Becker bat im vorigen Hefte dieser Zeitschrift eine briefliche Mittheilung veröffentlicht, in der er die von mir dargestellten Anschauungen über Aufbau und Schichtenfolge im Grigna-Gebirge und in der Umgebung von Lecco zu widerlegen oder zu verbessern versucht. Da es sich meist um Punkte handelt, die für die Auffassung der von mir in Karte und Text beschriebenen Gebiete von grösster Wichtigkeit sind, sehe ich mich genöthigt, auf Herrn Becker's Ausstellungen in den folgenden Zeilen näher einzugehen Herr Becker sagt zu Beginn seiner Auseinandersetzung: "Es scheint, dass Philippi nunmehr auch geneigt ist, zuzugeben, dass der See-Arm von Lecco ein einfaches Erosionsthal ist und bleibt" Herr Becker scheint das Capitel Lecco p. 339, überschrieben "Die Beziehungen des Resegone-Grignagebirges zur Alta Brianza" vollständig überschlagen zu haben; anderenfalls kann ich es mir schwer erklären, dass ihm die Sätze p. 340 oben entgangen sind: "Damit ist meiner Ansicht nach das Vorhandensein einer Querstörung im Lecco-See ausreichend bewiesen. Dieselbe wird noch plausibler, wenn man die technischen Verhältnisse diesseits und jenseits desselben in's Auge fasst." Ich habe mir dort auf 2 1/2 Seiten Mühe gegeben, zu beweisen, dass der Spalte des Lecco-Sees tectonische Ursachen zu Grunde liegen, trotzdem meint Herr Becker, "dass ich geneigt bin, zuzugeben, dass der See-Arm von Lecco ein einfaches Erosionsthal ist und bleibt."! Weiter sagt Herr Becker: "(Es scheint, dass Ph. nunmehr geneigt ist, zuzugeben, dass) die 3 Verwerfungen, welche "der Erosion die Wege vorzeichneten" nicht von Bellagio nach Lecco, sondern in spitzen Winkeln zu dieser Linie verlaufen. Deren Richtung dürfte im Ganzen parallel der neu entdeckten, tectonischen Linie Laorca-Passo la Passata sein."