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Ueber mitteloligocäne Geschiebe von Hohenwarthe.

Woltersdorff, W.

Kurzfassung

In seiner für das Verständniss der Magdeburger Diluvialablagerungen nach neuerer Anschauung grundlegenden Schrift: Die Quartärbildungen der Umgegend von Magdeburg, mit besonderer Berücksichtigung der Börde beschreibt Wahnschaffe eingehend den Steilhang bei Hohenwarthe, das schönste und ausgedehnteste natürliche Profil unserer näheren Umgebung, welches auch in weiterer Entfernung kaum seines Gleichen findet. Bekanntlich bildet den Kern des von der Elbe bespülten Höhenzuges, des letzten ostelbischen Ausläufers des Flämings, Septarienthou (Rupelthon), über welchem sich typischer, unterer Geschiebemergel und noch höher Grande und Sande des unteren Diluvium beobachten lassen, während die schwach entwickelten oberen Diluvialsande nur hin und wieder deutlich unterschieden werden. Bei meinen öfteren Excursionen nach Hohenwarthe - seit 1891 - habe ich meine Aufmerksamkeit namentlich auf das Einsammeln von Versteinerungen führenden Geschieben gerichtet und hiervon eine nicht unbeträchtliche Anzahl zusammengebracht. Vor Allem interessirten mich die von Wahnschaffe, 1. c., p. 12, erwähnten weisslichen, mergeligen Kalkgerölle, welche man etwa in der Mitte zwischen Lostau und Hohenwarthe auf einer kurzen, räumlich scharf begrenzten Strecke in grösserer Anzahl im unteren Geschiebemergel dicht über dem Septarienthon findet. Die unterste, wenige Decimeter mächtige Lage ist fest verkittet und stellt so eine Geröllbank dar. Wahnschaffe giebt aus diesen Kalksteinen zahlreiche Blattabdrücke von Laubhölzern, wahrscheinlich der Braunkohlenformation entstammend, an. Nach meinen Funden, welche Herr Prof. Wahnschaffe zu besichtigen die Güte hatte, liegen hier jedoch keine Blattabdrücke, sondern nur blattähnliche, durch Eindringen von Mangan gebildete, braungefärbte Zeichnungen vor, welche in Bruchstücken, wie sie Herr Prof. Wahnschaffe nach mündlicher Mittheilung allein beobachtete, allerdings lebhaft an Blätter von Salix z.B. erinnern.