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Ein neuer Fundplatz von Hallstätter Kalk in den bayrischen Alpen.

Schlosser, Max

Kurzfassung

An der Schiessstätte bei Berchtesgaden, unterhalb des Fahrweges nach Vordereck, wurde in jüngster Zeit die Anlage eines Versuchs-Stollens vorgenommen, der im letzten Herbst, als ich ihn zusammen mit Dr. Böse besuchte, ungefähr auf 200 m vorgeschritten war. Die hierdurch aufgeschlossenen Schichten sind: a Werfener Schichten, b Ramsau-Dolomit, c Grauer Hallstätter Kalk. Die Schichten sind steil aufgerichtet und hat a etwa 50, b 100 und c 50 m Mächtigkeit, soweit ich eben überhaupt aus der blossen Erinnerung zu einer Schätzung im Stande bin. Die beiden ersten Schichtencomplexe bieten nun allerdings kein weiteres Interesse, wohl aber der letzte, denn derselbe enthält zahlreiche, gut erhaltene Versteinerungen. Schon bei unserem Besuche fand Dr. Böse einige Gesteinsstücke voll Monotis-ähnlichen Bivalven, welche Dr. A. Bittner in Wien zu bestimmen die Freundlichkeit hatte. Es sind dies: Monotis lineata Hörn. - salinaria Bronn. Das Gestein und ebenso auch die Erhaltung und Grösse dieser Fossilien erinnert am meisten an die norischen Monotis-Kalke in Nieder-Oesterreich und in Steiermark. Seitdem wurden durch die Weiterführung des Stollens eine Anzahl neuer fossilführender Schichten aufgeschlossen; doch bestehen diese Versteinerungen zum grössten Theil aus noch unbeschriebenen Bivalven-Arten. Da es sich jedoch um meist neues und ausserdem doch recht seltenes Material handelt, so zog ich es vor, das zur Bestimmung nöthige Präpariren zu unterlassen und die betreffenden Stücke Herrn Dr. Bittner in Wien zu senden, um sie in der Fortsetzung seiner Monographie: "Die Bivalven der alpinen Trias", verwerthen zu können. Immerhin möchte ich es doch nicht unterlassen, wenigstens eine vorläufige Uebersicht der Fauna zu geben.