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über die Drumlinlandschaft in Norddeutschland.

Keilhack, Konrad

Kurzfassung

Mit dem irisch-keltischen Worte Drum, im Diminutiv Drumlin, werden langgestreckte. Hügel bezeichnet. In die geologische Terminologie wurde der Name durch die nordamerikanischen und englischen Geologen eingeführt, die damit eine in jenen Gebieten weit verbreitete Oberflächenform bezeichneten. Es sind langgestreckte, flache Hügel, die immer gesellig auftreten und in ihrer Scharung die sehr charakteristische Drumlinlandschaft erzeugen. Ihre hervorstechenden Eigenthümlichkeiten liegen in ihrer geographischen Verbreitung, ihrer Zusammensetzung, ihrer Gestalt und ihrer Orientirung. In erstgenannter Beziehung sind sie auf Gebiete diluvialer Vergletscherung beschränkt und zwar scheinen sie auch in diesen nur in den vom Eise der letzten Eiszeit bedeckt gewesenen Arealen aufzutreten. Ihre Form ist immer eine mehr oder weniger elliptische; die Länge der Hauptaxe schwankt zwischen ein paar Hundert Metern und mehreren Kilometern, während ihre Breite zur Länge sich zwischen 1 : 1 und 1 : 10 schwankend verhält. Die Höhe beträgt gewöhnlich 10-20 m und überschreitet 30 m nur selten. Die Drumlins scheinen fast ausnahmslos in der Hauptsache aus ungeschichtetem Grundmoränenmaterial, aus Geschiebemergel, zu bestehen. Ob ein Kern aus älteren Schichten die Regel oder die Ausnahme bildet, muss vorläufig noch dahingestellt bleiben. Die auffälligste Erscheinung aber ist die Orientirung dieser Hügel in der Richtung ihrer Längsaxe; sie verlaufen einander in ganz auffallender Weise über weite Gebiete parallel, und zwar deckt sich ihre Längsaxe mit dem Verlaufe der im gleichen Gebiete auf anstehendem Gestein beobachteten Schrammen, mit der Richtung der Rundhöcker und damit mit der Bewegungsrichtung des Inlandeises in dem betreffenden Gebiete.