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über neuere Tiefbohrungen auf dem Fläming.

Keilhack, Konrad

Kurzfassung

Zwischen dem Elbthale im Süden und Westen und dem diluvialen Glogau-Baruther Urstromthale im Norden liegt, in der Lausitz beginnend und bis Magdeburg sich erstreckend, der Höhenrücken des Fläming. Er erhebt sich in seinem westlichen Theile auf mehr als 200 m Meereshöhe und macht mit den zahlreichen, tief eingeschnittenen Thälern, die ihn besonders in seinem nördlichen Theile durchziehen, völlig den Eindruck eines kleinen Gebirges. Es lag der Gedanke, dass er einem Kerne von älterem Gebirge seine Entstehung zu verdanken habe, um so näher, als in geringer Entfernung von seinem westlichen Ende älteres Gebirge an zahlreichen Stellen die Oberfläche erreicht. Auf Grund dieser Annahmen wurden schon vor etwa 30 Jahren in der Gegend zwischen Wittenberg und Jüterbog einige Bohrlöcher gestossen. Das eine derselben, bei Kropstädt in 110 m Meereshöhe angesetzt, traf unter nur 7,8 m Diluvium das Miocän, welches in 130 m Tiefe, also 15 m unter Meeresspiegel, noch nicht durchsunken war. Im Gegensatze zu dieser Bohrung, die nur wenige Kilometer vom Südrande des Fläming entfernt ist, zeigen die weiter nach NO, also mehr in der Mitte des Fläming gelegenen Bohrungen bei Ottmannsdorf und Blönsdorf ein mächtig entwickeltes Diluvium. Am erstgenannten, 100 m ü. M. gelegenen Orte wurde bis 82 m Quartär, bis 157 m Miocän, im letzteren, der 115 m Seehöhe besitzt, bis 90 m Tiefe nur Diluvium angetroffen. Mehr als 20 Jahre vergingen hierauf, ohne dass unsere Kenntniss vom inneren Bau des Fläming eine Erweiterung erfuhr. Erst in dem letzten Jahrzehnt sind durch die geologische Specialaufnahme des nördlichen Fläming und durch eine Anzahl von Bohrungen neue und werthvolle Anhaltspunkte für die Beurtheilung des geologischen Baues des westlichen Fläming gewonnen worden.