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das Vorkommen von Prestwichia Scheeleana in Oberschlesien.

Ebert

Kurzfassung

Die Gattung Prestwichia wurde für solche Xiphosuren (Krebse mit Dreitheilung des Körpers in Kopf, Rumpf und Schwanz) aufgestellt, bei denen der Rumpf und das Schwanzschild verwachsen sind, also an die heutigen Limuliden erinnern. Es waren 4 Arten dieser Gattung bekannt, von denen sich 2 nur in der englischen Steinkohlenformation, eine in der von Illinois, und eine, P. rotundata, in England und Belgien gefunden hatten. Zu der letzteren hatte Bölsche Prestwichien-Reste aus der Steinkohlenformation von Piesberg bei Osnabrück gerechnet. Die Sammlung der geologischen Landesanstalt erhielt 1889 vom Bergingenieur Scheele in Recklinghausen eine gut erhaltene Prestwichia aus dem Hangenden vom Leitflötz der Fettkohlenpartie Röttgersbank der Zeche Wolfsbank. Der Vortragende hat dieselbe bearbeitet und gefunden, dass es eine neue Art war, die durch Bildung der Glabella und der Axe des Schwanzschildes von der englischen rotundata und den anderen abweicht und zu der auch die Osnabrücker gehören. Er nannte sie nach dem Finder und veröffentlichte eine Beschreibung derselben im Jahrbuch 1889 der geologischen Landesanstalt. Nun wurde in einem Bohrkerne aus 496 Meter Teufe einer fiskalischen Bohrung Rogoisna IX nördlich von Jastrzemb in Oberschlesien diese Krebsart im Laufe des Winters festgestellt. War schon bislang die Gattung stets in höheren Schichten der Steinkohlenformation in Begleitung von Pflanzenresten gefunden, wo also marine Absätze nicht mehr vorhanden sind, ist sie in Oberschlesien in Begleitung von Modiola, Carlottae und Anthracomya gefunden, so liegt ein weiterer Beweis vor, dass ihre Vertreter keine Meeresthiere sind.