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drei Arten kugeliger Gebilde von dolomitischem Kalkstein aus dem Zechstein Ost-Thüringens.

Zimmermann, Ernst

Kurzfassung

Die erste Art sind die Rogensteine, welche um Gera herum die oberen 4-10 Meter des Mittleren Zechsteins bilden. Zum grössten Theile gleichen sie dem Karlsbader Erbsenstein durch die 1 bis 3 mm betragende Grösse, vollkommen kugelige Gestalt und sehr schön concentrisch-schalige Structur der Oolithkörner, z. Th. aber sind diese auch schlauch-, wurst- oder unregelmässig knollenförmig gestaltet und dann bis über 20 mm gross; diese grossen bilden bald Schichten für sich, bald sind sie in eine feiner oolithische Grundmasse reichlich eingebettet. Die durch Korngrösse unterschiedenen Lagen zeigen zuweilen in wundervoller Weise schrägschichtige Anordnung, wie das bei Quarzsanden und -Sandsteinen ja so gewöhnlich ist. Diese Oolithe bilden also genetisch ein Gemisch zwischen Detrituskalken und chemisch niedergeschlagenen Kalken. Daraus leitet Vortragender, mit Berücksichtigung des Umstandes, dass zur Erklärung des Niederschlags von Kalkcarbonat aus dem im Allgemeinen doch nur sulfathaltigen Meerwasser jetzt immer die Mitwirkung von Organismen zu Hilfe genommen wird, die Vermuthung ab, dass solche Oolithe an die Existenz von Korallenriffen (im weiteren Sinne) gebunden sind: unter Einwirkung der Wellen würden Theile von diesen zu Kalkdetritus, daraus entständen Kalksuspensionen und schliesslich carbonatreiche Lösungen, welche bei zeitweiser Uebersättigung (Verdunstung etc.) die oolithischen Hüllen um die noch als Detritus verbliebenen Kalkpartikelchen bildeten. In der Umgebung von Gera beständen in der That gleichzeitige Bryozoen-Korallenriffe (bei Köstritz und Tinz). Man möge doch darauf achten, ob auch anderwärts, z.B. für die Juraoolithe, die Nachbarschaft von Riffen bestehe. Die zweite Art kugeliger Gebilde findet sich im Plattendolomit und oberen Letten des Oberen Zechsteins bei Gera.