Original paper

über den paläontologischen Anschluss der Farne und der höheren Pflanzen überhaupt an die Algen.

Potonié, Henry

Kurzfassung

Was sich mit Zuhülfenahme der Paläontologie über die phylogenetische Herkunft der Filices sagen lässt, kann leider vorläufig nur ganz hypothetisch sein, da ebensowenig wie die recente Pflanzenwelt die fossile genügende Uebergangsbildungen von den Filiccs zu niedrigeren Gruppen bietet. Jedoch ist p. 16 ff. und 110 ff. meiner Pflanzenpaläontologie (1. Lief., 1897) ausführlich auf die Häufigkeit von echten Gabelverzweigungen paläozoischer Pteridophyten aufmerksam gemacht worden, und es ist in der systematischen Vorführung der sterilen Farn-Wedelreste ebenfalls wiederholt Gelegenheit gewesen, diesbezügliche Thatsachen zu mehren (vergl. z.B. Fig. 119, 125, 139, 143, 145); in der citirten Lieferung habe ich ferner gezeigt, dass die Farn-Wedel auffallend oft Eigenschaften zeigen, die sich nur als Erinnerungen an Gabel-Verzweigungen der Vorfahren erklären lassen, und zwar deshalb als Erinnerungen, weil sich deutlich das Bestreben zeigt, die Gabelungen auszulöschen mit Rücksicht darauf, dass diese Verzweigungs-Art für Landpflanzen unzweckmässig ist (vergl. l. c. p. 19 bis 20). Blicken wir uns um, wie diese Vorfahren ausgesehen haben dürften, so giebt uns die recente Pflanzenwelt den Wink, dass es Algen von dem Typus der Fucaceen gewesen sein könnten, bei denen Dichotomieen üblich sind, und ferner ist darauf hinzuweisen, dass auch auf dem Wasser schwimmende Lebermoose gern dichotom gegliedert sind. Nun sind aber diese dichotomen Mooskörper nicht homolog der beblätterten Farn-Generation, sondern dem Prothallium; wir haben seit Hofmeister's Untersuchungen homolog zu setzen (vergl. meine Botanik, 3. Aufl., 1894, p. 142 bis 143):