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Der Lenneschiefer.

Winterfeld, Franz

Kurzfassung

I. Ueberblickt man auf der V. Dechen'schen Uebersichtskarte der Rheinprovinz und Westfalen den von diesem Autor zuerst mit Lenneschiefer bezeichnteten Schichtencomplex, so findet man, dass dieses grosse Areal (in der Breite von Elberfeld bis Siegburg ca. 50 km, in der inmitten gemessenen Länge von Solingen bis Winterberg 115 km), welches die Form eines langgestreckten Vierecks oder genauer eines abgerollten Mantels vom abgestumpften Kegel mit einer grösseren Ausbuchtung in der Mitte der Südseite bei Olpe besitzt, im Osten besonders von der Lenne und Vollme in vielfachen Windungen durchquert, im Westen von der unteren Sieg, der Broel, Agger, Sülze, Dhünn und Wupper und zwar mit Ausnahme des letzteren Flusses zumeist in der regelmässigen Richtung des Streichens durchflossen wird, und dass sich diese bedeutende Devonpartie im Norden von Graefrath über Elberfeld, Hagen, Iserlohn, weit östlich über Brilon hinaus erstreckt und hier in derselben Breite (ca. 50 km) südlich hinabreicht. Dieser Landstrich begreift also das Ober- und Niederbergische sowie den grössten Theil des Sauerlandes. Dem heutigen Standpunkte der Kenntnisse entsprechend, ist die südliche Grenze ebenso wenig auf der Uebersichtskarte wie auf den Specialkarten desselben Forschers hinreichend genau gezeichnet. Vor Allem erscheint aber auf den letzteren das gesammte Lenneschiefergebiet in sich selbst noch ganz ungegliedert, einfarbig grün. Die Uebersichtskarte von Lepsius geht über diesen Standpunkt nicht hinaus. Auch die in diesem Jahre der Beschreibung des Bergreviers Brühl-Unkel und des niederrheinischen Braunkohlenbeckens zwecks Darstellung der Erzlagerstätten von Geh. Bergrath Heusler beigegebene Specialkarte, welcher die V. Dechen'sche (Sect. Köln 1 : 80 000) zu Grunde liegt, zeigt keine Gliederung des Lenneschiefers.