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Ueber junge Hebungen.

Ochsenius, Carl

Kurzfassung

1886 im Bd. XXXVIII d. Zeitschr., p. 767 habe ich in dem Aufsatze "Ueber das Alter einiger Theile der südamerikanischen Anden" gesagt, dass das Becken des Titicacasees mit seinem wässerigen Inhalt und seiner marinen Fauna in Folge der Hebungen dort vom Ocean abgetrennt sein müsse, weil mehrere Arten von Allorchestes im See leben, deren nächste Verwandte nur noch in dem jetzt 30-40 deutsche Meilen entfernten grossen Ocean existiren; die haben sich also dem Süsswasser accomodirt. An der Erklärung des Thatbestandes musste ich mir viele Zweifel gefallen lassen. Jetzt lese ich nun den Bericht über den Anfang eines solchen Vorganges, der auszugsweise im Zool. Centralblatt, III, p. 918 den Meddel. Soc. Fauna Flora Fenn. entnommen ist und wie folgt besagt: "Eine Abart unseres Härings, der Strömling (Clupea harengus var. membras L.), findet sich nach der Angabe O. M. Reuter's au drei verschiedenen Stellen der südwestlichen Schären Finnlands im Süsswasser. In drei Seen, welche früher Meerbusen waren, seit mehreren Jahrzehnten aber vom Meere abgeschlossen sind und nur noch einen äusserst geringen Salzgehalt zeigen, kommen sie in so grosser Menge vor, dass sie eine regelmässige Befischung veranlassen. In letzter Zeit haben sie freilich an Zahl etwas abgenommen. Ihr Fettgehalt ist sehr erheblich, hindert sie jedoch keineswegs an der Fortpflanzung." Da liegt also die Abtrennung von Wasserbecken mit gesammtem Inhalt vom Ocean durch Hebung den Augen von Beobachtern vor und braucht nur auf die Titicacaregion angewandt zu werden.