Original paper

Ueber das fossile Trittpaar im Tertiär des badischen Oberlandes.

Boehm, G.

Kurzfassung

Im Freiburger Universitäts-Festprogramm zum 70. Geburtstag Seiner Königl. Hoheit des Grossherzogs Friedrich 1896 habe ich Thiertritte aus dem Oligocän des badischen Oberlandes beschrieben. Ich wies 1. c., p. 235 darauf hin, dass bei der Deutung "auch dreizehige Hufthiere zu berücksichtigen wären und zwar um so mehr, als es deren im Tertiär in Menge gab." Um hierüber in's Klare zu kommen, ersuchte ich die Direction des zoologischen Gartens in Basel um eine Stapfe vom Hinterfusse eines Tapirus americanus. Die erste, die ich bekam, war so schwach, dass ich bat, eine neue herzustellen und hierbei vor Allem darauf zu achten, dass das Thier tief einträte, damit auch der Ballen möglichst zum Abdruck käme. Ich erhielt darauf eine zweite Stapfe, die 1. c. dargestellt ist. Dieselbe schien mir mit den fossilen Tritten keine Aehnlichkeit zu haben, deshalb nicht, weil, im Gegensatz zu dem tertiären Funde, von einem Ballenabdruck nichts zu sehen war. Ich kam schliesslich zu dem Ergebnisse, dass es "bis auf Weiteres" "vielleicht wahrscheinlich" sei, dass das fossile Trittpaar 1. c., p. 232, f. 1 am ehesten von einem Vogel herrühre. Nach dem Erscheinen meiner Arbeit theilte mir Herr Döderlein in Strassburg i. E. freundschaftlichst mit, dass er gerade nach meiner Darstellung des Thiertritts, p. 235 - das oligocäne Vorkommen einem Perissodactylen zuschreiben möchte. Hierfür schiene ihm der ganze Habitus zu sprechen. Er glaube auch in jener Zeichnung den Ballenabdruck zu sehen. Von letzterem ist auf dem Original-Gypsausguss thatsächlich nichts zu beobachten. Immerhin erschienen mir die Einwände des Herrn Döderlein so gewichtig, dass ich beschloss, die Herstellung des bezüglichen Tapirtritts persönlich zu bewirken. Nach einiger Mühe glückte es, im zoologischen Garten in Basel, je eine gute Stapfe vom männlichen und vom weiblichen Thiere zu erhalten.